HOME HOME
 
 
Besuche:
0 online
1912 Monat

Weltweite Kirche

aa

cc

bb

Hier finden Sie Informationen, Nachrichten zu kirchlichen Themen oder Glaubensfragen aus aller Welt.
Aufgrund des Gebetes keinen Kampf in der Pfarrei Windischgarstner Pfarrer Gerhard Maria Wagner bei Podiumsdiskussion beim Kongress "Freude am Glauben": Entscheidend für eine lebendige Gemeinde ist ein tiefes Gebetsleben

Fulda (kath.net/pm)
Es ist notwendig, den Glauben zu bewahren und progressiv auf den Menschen zuzugehen. Gerade auf diese Weise würde das Christentum wieder anziehend auf die Menschen wirken. Das meinte Pfarrer Dr. Gerhard Maria Wagner aus Windischgarsten (Diözese Linz) bei einer Podiumsdiskussion beim Forum Deutscher Katholiken am Samstag, 28. August. Wagner, der Pfarrer einer überaus lebendigen Pfarrei mit überdurchschnittlichem Gottesdienstbesuch und einer großen Zahl von Gebetsgruppen ist, stellte zudem heraus, dass ganz entscheidend für eine lebendige Gemeinde ein tiefes Gebetsleben ist. Im Gebet, so Wagner, mache man die Erfahrung, dass Gott lebendig ist, und zudem würde das Gebet eine Brücke von Mensch zu Mensch schlagen.

Und´schließlich, so Pfarrer Wagner, habe er aufgrund des Gebetes „keinen Kampf“ in seiner Pfarrei.

Wichtig sei grundsätzlich den verlorenen Transzendenzbezug wieder herzustellen, Wagner ermutigte dazu, die Qualität des Katholischen wieder mehr herauszustellen und sagte: „Tun wir nicht so, als hätten wir nichts zu sagen.“ Pfarrer Dr. Wolfgang Picken, der in der früheren deutschen Bundeshauptstadt Bonn eine überaus lebendige Pfarrei leitet, stellte ganz in diesem Sinn heraus, dass die Menschen die Resignation satt haben und sich Freude am Glauben wünschen. Viele haben heute eine Sehnsucht nach Spiritualität.

Problematisch sei allerdings heute auch, dass über gute Erfahrungen in der Seelsorge zu wenig gesprochen werde. Im Fernsehen gebe es Kochrezepte, aber irgendwo würden pastorale Rezepte, die es zweifelsohne gibt, weitergegeben. Picken setzt in seiner Pfarrei wesentlich auf Liebe und Gemeinschaft. So tun in den Seniorenheimen seiner Gemeinde Ordensfrauen Dienst, die dafür sorgen, dass niemand allein sterben muss. Über die Erfahrung von Gemeinschaft kann Picken zudem Jugendliche für Glauben und Kirche gewinnen. Nach gemeinsamen Treffen führt er sie zum Gebetsleben hin. Vor der Firmung ist zudem die Beichte verpflichtend, weil, so jemand, der erwachsen sein will, auch erwachsen zu seiner Schuld stehen muss. Insgesamt 36 von 50 Firmlingen seien, so Picken, weiter in seiner Pfarrei aktiv.

Dr. Cornelius Roth, Regens im Priesteseminar Fulda, stellte heraus, dass für den Priesterberuf ganz besonders die Liebe zu Christus von Bedeutung ist. Auch wenn die Kirche in Deutschland heute schrumpfe, und wir ein Missionsland sind, können wir als Kirche viel bewirken. Der Welt allerdings Zugeständnisse durch Abrücken von der kirchlichen Leher zu machen, wäre, so Roth, der falsche Weg.

Pfarrer Konrad Brenzinger, der in der Erzdiözese Freiburg mehrere Pfarreien betreut, berichtete unter anderem von guten Erfahrungen, die er mit einer am Glaubensgut orientierten Firmkatechese gemacht hat. So seien viele Firmlinge froh darüber gewesen, mehr über das Glaubensgut zu erfahren und Glaubenszeugnisse zu hören.

Haltet zum Papst! Das wird Euch Segen bringen! Grazer Bischof Egon Kapellari bei Jugendtreffen in Pöllau zur Jugend: Seid muntere, wetterfeste und missionarische Christen!

Grazer Bischof Egon Kapellari bei Jugendtreffen in Pöllau zur Jugend: Seid muntere, wetterfeste und missionarische Christen!

Pöllau (kath.net)
Kath.Net dokumentiert die Predigt von Bischof Egon Kapellari beim Jugendtreffen in Pöllau vom gestrigen 18. Juli 2010:

Liebe junge Christen, Brüder und Schwestern und in Eurer Mitte liebe Priester und Ordensfrauen und liebe Gastgeber aus der Pfarre Pöllau!

Das alljährliche sommerliche Jugendtreffen in Pöllau ist – so glaube ich –in manchem doch vergleichbar mit einem Basislager von Bergsteigern, die höher hinauf wollen und sich in einem solchen Basislager zum Beispiel im Himalajagebiet darauf vorbereiten. Ihr hier in Pöllau versammelte junge Christen seid sicher auch Menschen, die sich nicht mit einem Leben als Dahintrotten im Flachland begnügen wollen. Ihr wollt höher hinauf, indem Ihr die in Euch angelegten und von Gott gegebenen Fähigkeiten entwickelt – aber nicht in einer egoistischen Karriere auf Kosten anderer Menschen, sondern mit einem Einsatz von Hirn, Herz und Hand, der nicht bequem ist, der aber auf das Ganze des Lebens hin gesehen nicht einen billigen, oberflächlichen Spaß, sondern wirkliche Freude macht.

Das Jugendtreffen in Pöllau soll Euch eine Quelle von Lebensfreude zeigen und erschließen, indem es Euch Jesus Christus zeigt; indem es Euch hilft, noch mehr seine Freunde zu werden.

Die Diözese Graz-Seckau hat als Leitwort für das heurige Jahr und darüber hinaus den Spruch „Auf Christus schauen“ gewählt. Das ist eigentlich ein Dauerauftrag an jeden Christen und so auch an Euch, liebe junge Christen, Brüder und Schwestern.

Auf Christus sollen wir schauen. Wo aber sehen wir ihn? Wir sehen ihn vordergründig in den vielen Christus-Bildern, die von bekannten und unbekannten Künstlern im Lauf von Jahrhunderten geschaffen worden sind. Ich rate Euch, liebe Freunde, aus diesem riesigen Schatz ein solches Christusbild auszuwählen und einem Foto davon in Eurem Zimmer, Eurer Wohnung einen besonderen Platz zu geben, damit Ihr im oftmaligen Hinschauen Eure Beziehung zu Christus, Eure Freundschaft mit ihm festigen und vertiefen könnt. Wenn Ihr sein Bild nicht oft vor Augen habt, dann wird er leicht ein Fremder in Eurem Leben.

Ich selbst kenne, was für einen Bischof ja selbstverständlich ist, sehr viele Christusbilder – alte und neue. Eines von ihnen bleibt mir aber besonders wichtig. Es befindet sich in einer alten Kirche in Oberkärnten. Durch ein Feuer wurde deren Inneneinrichtung kurz nach dem Zweiten Weltkrieg weitgehend zerstört. Auch ein Bild des gekreuzigten Christus war davon betroffen und wurde mit Absicht so renoviert, dass die Schäden erkennbar geblieben sind. Der Leib Christi ist durch den Brand verstümmelt, es fehlen ihm die Arme und die Beine. Aber dieses verstümmelte Christus-Bild ist gerade deshalb besonders ergreifend. Der Christus ohne Arme und Beine scheint dem Betrachter zu sagen: „Leihe Du mir Deine Hände, damit ich durch Dich Menschen helfend berühren kann; leihe Du mir Deine Füße, damit ich zu den Menschen kommen kann, die mich und mein Evangelium suchen und brauchen.“ Und darüber hinaus sagt dieser Christus auch: „Leihe mir und meinem Evangelium deine Augen, deine Ohren, deine Stimme; Leihe mir – alles zusammengefasst – Leihe mir dein Herz.

Liebe junge Leute! Viele großartige Menschen, junge und ältere haben sich in bisher fast 2000 Jahren von diesem Ruf Christi bewegen lassen und haben Christus ihre Hände, ihre Füße, ihre Augen und Ohren und ihre Stimme geliehen und haben so auch die Kirche gebaut als Haus aus lebendigen Steinen. Ich nenne stellvertretend nur einige Namen: die Apostel Petrus und Paulus, dann Franziskus und Klara, Ignatius von Loyola, Teresa von Avila, Don Bosco, die kleine heilige Therese von Lisieux und Papst Johannes Paul II.

Jesus Christus braucht Menschen, damit sie andere Menschen zu ihm führen und damit sie Menschen auch miteinander zu einer Gemeinschaft verbinden als Jugendgruppe, als Pfarre, als Kloster, als apostolische Bewegung und anderes mehr. Jesus Christus braucht Menschen als Eltern, die für ihre Kinder so etwas wie Ikonen Gottes sind. Er braucht Menschen, die sich helfend und heilend armen und kranken Mitmenschen zuwenden. Er braucht Menschen, die als Priester in und gegenüber einer Gemeinde stehen, die Eucharistie feiern und das Bußsakrament spenden. Er braucht Ordensfrauen und Ordensmänner, die inmitten der Kirche die Evangelischen Räte mit besonderer Intensität leben.

All das zusammenfassend sage ich zu Euch, Ihr jungen Christen: Jesus Christus braucht auch jeden und jede von Euch, in welchem Beruf oder Stand Ihr auch leben werdet. Ich hoffe auch, dass hier in Eurer Mitte einige sind, die er rufen will zum Weihepriestertum und andere, die er rufen will zu einem Leben als Ordensfrau, als Ordensmann. Wenn Ihr seine rufende Stimme hört, dann sagt ein vertrauensvolles, fröhliches Ja.

Das diesjährige Jugendcamp in Pöllau geht heute wieder zu Ende. Ich danke allen, die mitgetan haben und es vorbereitet und begleitet haben und tue dies auch im Namen der Bischöfe Eurer Heimatdiözesen. Seid muntere, wetterfeste und missionarische Christen inmitten unserer großen katholischen Kirche, die jetzt – bildhaft geredet – durch Feuer und Wasser gehen muss, um reiner, dynamischer und heiliger zu werden. Haltet zum Papst, dem Petrus von heute, der in manchen Ländern Europas und auch in Österreich von vielen angefeindet wird. Das wird Euch Segen bringen. Und Maria, die Mutter Christi und Mutter der Kirche, der die schöne Wallfahrtskirche von Pöllauberg besonders geweiht ist, möge Euch mit ihrer Fürbitte begleiten auf Eurem Lebens- und Glaubensweg.
Amen.
Bartholomaios I. will gesamt-orthodoxes Konzil 2011 Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., will schon im kommenden Jahr ein gemeinsames Konzil der orthodoxen Kirchen einberufen.

Moskau (kath.net/KNA)
Der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I., will schon im kommenden Jahr ein gemeinsames Konzil der orthodoxen Kirchen einberufen. Das Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie sagte am Montag im russischen TV-Sender Vesti 24, er habe mit dem Moskauer Patriarchen Kyrill I. vereinbart, die Vorbereitungen für ein solches Bischofstreffen aller 14 anerkannten orthodoxen Kirchen zu beschleunigen. «Bis Ende dieses Jahres oder Anfang nächsten Jahres schließen wir unsere Vorberatungen ab», so Bartholomaios I.

Das Konzil sei von herausragender Bedeutung für die gesamte orthodoxe Welt, sagte der Ökumenische Patriarch. Als Themen seien unter anderem Fragen der Autokephalie (Selbstständigkeit) und Autonomie der orthodoxen Kirchen vorgesehen. Bartholomaios I. beendete am Montag in Sankt. Petersburg einen zehntägigen Besuch in Russland. Nach Einschätzung von Kommentatoren trug die Reise zu einer weiteren Verbesserung der Beziehungen zwischen den Patriarchaten von Moskau und Konstantinopel bei.

Bislang galten 2012 oder 2013 als wahrscheinliche Termine für ein gesamtorthodoxes Konzil. Die Planungen hatten bereits in den 1960er Jahren begonnen, waren jedoch Anfang der 1990er Jahre wegen eines Streits zwischen den Patriarchaten von Moskau und Konstantinopel ausgesetzt worden. Dabei ging es um die Rechtshoheit über die orthodoxen Kirchen in Estland und der Ukraine. Erst im Sommer 2009 wurden die panorthodoxen Konferenzen zur Vorbereitung des Konzils wieder aufgenommen.
Herr, lehre mich zu Deinen Füssen sitzen und vor Dir verweilen! Ich brauche dich, Herr,
als meinen Lehrer,
tagtäglich brauche ich dich.

Gib mir die Klarheit des Gewissens,
die allein deinen Geist fühlen und begreifen kann.

Meine Ohren sind taub, ich kann deine Stimme nicht hören.
Mein Blick ist getrübt, ich kann deine Zeichen nicht sehen.

Du allein kannst mein Ohr schärfen, meinen Blick klären
und mein Herz reinigen.

Lehre mich zu deinen Füßen sitzen
und auf dein Wort zu hören.

Amen


Gebet von John Henry Newman (1801 - 1890)

Die Botschaft des Bauern von Ars:

Von P. Bernward Deneke

4’33’’: So heißt eine Komposition aus dem Jahr 1952, erdacht von dem amerikanischen Avantgardisten John Cage (1912-92). Der Titel 4’33’’ bezieht sich, wie wir sogleich richtig vermuten, auf die Dauer der Komposition. Aber Dauer besagt noch nicht viel über den Inhalt. In 4 Minuten und 33 Sekunden kann ein gregorianischer Choral, eine kunstvolle Fuge, ein beschwingter Walzer oder ein wildes Schlagzeugsolo erklingen. Um welche Art von Musik handelt es sich bei dem Stück von John Cage? Besser gefragt: Was geschieht in diesen 4 Minuten und 33 Sekunden?
Die Antwort ist einfach: Es geschieht nichts. Der Solist betritt die Bühne, verneigt sich vor dem Publikum, setzt sich an den Flügel, nimmt seine Uhr zur Hand, stoppt die angegebene Zeit ab, dann erhebt er sich wieder und verneigt sich abermals vor den Anwesenden. Der Vortrag ist beendet.

Das Publikum ist also Zeuge eines fast fünfminütigen Schweigens geworden. Möglicherweise kam ihm diese Zeit der Stille wie eine Ewigkeit vor. Keine melodischen und harmonischen Raffinessen bezauberten das Ohr, keine virtuosen Glanzleistungen ließen den Atem stocken. Deshalb mögen die einen Zuhörer sich verlegen geräuspert, die anderen amüsiert gekichert, wieder andere unangenehm berührt im Programmheft geblättert oder gelangweilt im Saal herumgeschaut haben.

Es fällt den meisten Menschen eben nicht leicht, mit so viel Schweigen fertig zu werden. Schon die Gedenkminuten, zu denen öffentliche Institutionen gelegentlich aufrufen, scheinen uns lang zu sein (zumal dann, wenn die Erinnerungen an die verstorbene Person oder das bedachte Ereignis nicht allzu lebhaft sind). Viereinhalb Minuten aber, und diese ohne jeden konkreten Inhalt: eine Zumutung an die Geduld. Denn wir leiden unter dem Nichts, dem Nichtstun und Nichts-geboten-Bekommen. Schnell stellt sich der berühmte „horror vacui“, der Schrecken vor der Leere, ein. Es entsteht die sprichwörtliche „gähnende Leere“, die wie ein Gähnender nur rasch etwas in sich hineinsaugen will, um sich damit zu füllen.

Erfinderisch, wie der Mensch ist, hat er vieles erdacht, womit er die Stille, diesen ärgerlichen Feind, vertreiben kann. Musik, zumeist anspruchslose und oberflächliche, ist fast allgegenwärtig. Zuhause, am Arbeitsplatz, im Auto und in Geschäften rieselt, plätschert oder donnert sie. Und auch auf dem Spaziergang durch den Wald, beim Sonnenbad am Strand werden Kopfhörer aufgesetzt. Fehlen aber die Klänge, die so wohltuend über die innere Leere hinwegtäuschen, dann beobachten wir, wie sich immerhin noch die Finger und Füße zu einem innerlich weitertönenden Musikstück bewegen. Eine Notlösung zwar, aber doch weitaus besser als die gefürchtete Stille. --


Szenenwechsel.
Der heilige Pfarrer von Ars geht durch seine Kirche. In einer Bank nimmt er, wie so oft schon, einen einfachen Bauern wahr, der sich stundenlang dort aufhält, ohne Buch oder Rosenkranz in den Händen, aber den Blick unablässig nach vorne, zum Altar gewandt. Der Pfarrer fragt ihn: „Was tust Du denn hier die ganze Zeit über?“ Die Antwort: „Ich schaue Ihn an, und Er schaut mich an. Das ist genug.“

Ein erstaunliches Wort. Selbst bei einer abwechslungsreichen Tätigkeit können wir Sterblichen kaum mehrere Stunden ausharren, ohne zu ermüden, und auch der spannendsten Lektüre, der interessantesten Darbietung werden wir einmal überdrüssig. Doch über lange Zeit hin einfach nur zum Altar zu schauen und daran Genüge zu finden, und dies nicht nur ein einziges Mal, sondern immer wieder, während vieler Wochen, Monate, Jahre - das ist mehr als ungewöhnlich.

Unser Erstaunen wird noch dadurch verstärkt, daß der stille Mann eigentlich niemanden sehen kann, den er anschaut und von dem er angeschaut wird. Seine schlichte Antwort zeugt nicht von visionären Erlebnissen. Kein geöffneter Himmel, keine von strahlenden Engelscharen umschwebte, von Posaunenschall umbebte Christuserscheinung ragt in sein Blickfeld. Nur der Altar, das Altarkreuz, der Tabernakel.

Es besteht kein Grund zu der Vermutung, der Bauer habe vielleicht unbewußt einer Art fernöstlicher Versenkungsmystik gehuldigt und sei beim ungegenständlichen Meditieren in einen Zustand ekstatischer Ruhe gefallen. Dagegen spricht die knappe Auskunft: „Ich schaue Ihn an, Er schaut mich an.“. Er hat also einen Jemand vor sich. Eine konkrete Person. Und wenn auch nicht mit den leiblichen Augen, so schaut der Beter doch mit den „Augen des Herzens“ (Eph 1,18), den Augen des Glaubens, diesen Jemand: Jesus Christus, gegenwärtig im Sakrament des Altares. Er ist es, von dem der Mann derart in Bann geschlagen wird, daß er stundenlang an seinem Platz in der Kirche ausharrt.

In unseren Tagen blickt man gerne auf die „Tabernakelfrömmigkeit“ früherer Zeiten herab. Spöttisch lächelnd werden gewisse Redensarten der letzten Jahrhunderte - wie die von „Jesus, dem Gefangenen des Tabernakels, den wir besuchen und trösten sollen“ - als Beispiele für eine theologisch unhaltbare Frömmigkeit herbeizitiert. Solches sei spätestens mit den letzten liturgischen Reformen überwunden worden. Jetzt sehe man das Sakrament der Eucharistie nicht mehr isoliert, sondern wieder in das Gesamtgefüge kirchlichen Lebens eingebettet (was auch immer das genau bedeuten mag).

Es sei erlaubt, Zweifel an diesen Erfolgsnachrichten anzumelden. Ist es denn wirklich ein Erfolg, wenn man das Sakrament des Altares nun angeblich in größeren Zusammenhängen betrachtet, dabei aber praktisch davon absieht, daß hier derjenige gegenwärtig ist, vor dessen himmlischen Thron Tag und Nacht das Dreimalheilig der Engel erklingt und die Erlösten anbetend niederfallen (vgl. Apk 4)? Als wäre es einem wirklich gläubigen Katholiken überhaupt möglich, über diese Tatsache achselzuckend oder mit einer distanziert-sachlichen „Einbettung in das theologische Gesamtgefüge“ hinwegzugehen.

Auch entspricht die Behauptung, man habe die „Tabernakelfrömmigkeit“ überwunden, einfach nicht den Tatsachen. Zwar ist das Bewußtsein von der Realpräsenz tatsächlich im Kirchenvolk weithin verschwunden; vielerorts beugen die Gottesdienstbesucher beim Betreten der Kirche kaum noch die Knie, von einem anbetenden Verweilen vor dem Allerheiligsten ganz zu schweigen. Aber es ist doch gleichzeitig zu beobachten, daß zahlreiche Menschen weiterhin und sogar in wachsendem Maße die eucharistische Anbetung suchen. Eine erfreuliche Entwicklung in Kirchengemeinden und geistlichen Gemeinschaften zeichnet sich ab.

Allerdings findet der Bauer von Ars auch dort für gewöhnlich wenige Nachahmer. Sei es, daß sie niemals zum Schweigen vor Gott hingeführt wurden, sei es, daß sie vom Virus des „horror vacui“ infiziert wurden: Jedenfalls haben die meisten Beter vor dem Tabernakel, ja sogar vor dem ausgesetzten Sakrament nichts Eiligeres zu tun, als sogleich ihren Rosenkranz oder ein Gebetbuch zu zücken. In öffentlichen Anbetungsstunden wird oft ununterbrochen laut, manchmal sehr laut gebetet und nur selten eine Unterbrechung von einigen Minuten einberaumt. Das könne man den Gläubigen nicht zumuten, lautet die vielsagende Erklärung.

Zugegeben, einem Konzertbesucher, der für den Abend bezahlt hat, muß mehr geboten werden als die 4 Minuten und 33 Sekunden des John Cage. Im Sakrament des Altares aber wird uns so viel „geboten“, daß es dem gläubigen Menschen eigentlich für längere Zeit ausreichen sollte. Hier sind wir an der ersehnten Stätte wahrer Freiheit angekommen, an der wir uns auch von religiösem Pflichtdruck („...was ich noch alles zu beten habe!“) freimachen dürfen. Wenn wir gläubig zu Jesus aufblicken und uns von Ihm angesehen wissen, führt Er uns heraus aus dem unruhigen Auf-und-ab einer zerrissenen Welt, hinein in die Geheimnisse der Welt Gottes. Und stärkt uns gerade dadurch für unsere Aufgabe in dieser Welt. Warum sollten nicht auch wir eines Tages mit jenem Bauern sprechen können: „Ich schaue Ihn an, Er schaut mich an. Das ist genug“?

Aber nur eines ist notwendig: Das Verweilen vor Jesus

Betrachtung zum 16. Sonntag im Jahreskreis
von P. Dr. Bernhard Sirch

Innsbruck (kath.net)
C - 16.So. i. Jahreskreis, Betrachtung zum Ev. Lk. 10,38-42.


Ich besuchte vor einiger Zeit eine Familie, die ich schon lange nicht mehr gesehen hatte und freute mich auf das Gespräch. Doch bei meiner Ankunft war eine Hektik ausgebrochen, die Mutter sorgte für dies und jenes; leider hatte sie vor lauter Sorge um meine Bewirtung kaum Zeit, in Ruhe mit mir zu plaudern.

Vielleicht ist es Jesus bei seinem Besuch bei Maria und Marta ähnlich ergangen. Jesus wollte in aller Ruhe ein nettes Gespräch. Anstelle des Gespräches Hektik und sogar Aufregung und Streit: "Jesus kam in ein Dorf, und eine Frau namens Marta nahm ihn freundlich auf. Sie hatte eine Schwester, die Maria hieß. Maria setzte sich dem Herrn zu Füßen und hörte seinen Worten zu. Marta aber war ganz davon in Anspruch genommen, für ihn zu sorgen. Sie kam zu ihm und sagte: Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt! Sag ihr doch, sie soll mir helfen: Der Herr antwortete: Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühe. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden" (Lk 10, 38-42).

Bei dieser Textstelle denke ich an die vielen Hausfrauen, die von früh bis spät für alles sorgen müssen und in ihrem Innersten auch die Klage haben: "Herr, kümmert es dich nicht, dass meine Schwester die ganze Arbeit mir allein überlässt!" und dann noch zur Antwort erhält: "Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühe.

Aber nur eines ist notwendig". Man empfindet diese Antwort Jesu vielleicht als hart. Wir müssen uns aber bei aller Geschäftigkeit, die uns unentwegt treibt, von Jesus sagen lassen: "Marta, Marta, du machst dir viele Sorgen und Mühe. Aber nur eines ist notwendig".

Doch wenden wir uns zuerst Maria zu: Wir können uns fragen: Haben wir noch Zeit, dass wir uns wie Maria "dem Herrn zu Füßen setzen und seinen Worten zuhören" (Lk 10,39) können? Wenn wir zum Gottesdienst kommen, soll auch eine Zeit der Ruhe sein. Der Mensch braucht eine Zeit der Besinnung, eine Zeit, in der er völlig abschalten kann. Wir gönnen oft uns selber nicht das Wertvollste, das wir haben: die Zeit. Erst wenn wir uns niedersetzen können und das Wohlige der inneren Ruhe verspüren können, sind wir auch bereit zuzuhören, vor allem wenn es Worte sind, "die Geist und Leben sind" (Joh 6,63), "Worte des ewigen Lebens" (Joh 6, 68). So beten wir im heutigen Kommunionvers: "So spricht der Herr: Ich stehe an der Tür und klopfe. Wenn einer meine Stimme hört und die Tür öffnet, werde ich bei ihm eintreten und mit ihm Mahl halten, und er mit mir" (Offb 3, 20). Jesus spricht seine Worte nicht im Lärm unserer äußeren und inneren Unruhe und Umtriebe, sondern in die Stille, in die verborgene Kammer unseres, ja meines Herzens. Diese Stille des Herzens, das Atmen der Seele, ist nicht nur das Fehlen von Lärm; erst durch Übung können wir durch den Lärm die Stimme Gottes hören, dann empfinden wir auch in der größten Unruhe, was uns mit einer anderen Welt verbindet.

Unabhängig von der Geschäftigkeit um uns, ja inmitten der Geschäftigkeit müssen wir uns wie Maria Zeit nehmen für uns, Zeit nehmen für den Nächsten und Zeit nehmen für Gott. Lassen sie Ruhe in ihr Herz eintreten und klicken sie sich von den Zeitumständen mit all ihren Nöten aus, um einfach bei Gott zu sein. Um ihnen einen Weg zu diesem Ziel aufzuzeigen möchte ich ein Büchlein schreiben: "Einfach bei Gott sein in freudigen und schweren Zeiten durch das immerwährende Gebet" (zu "immerwährendes Gebet": siehe meine Homepage).

Jesus will in unsere Herzen eintreten, er "steht an unserer Tür und klopft an" (Offb 3, 20), dass er in die verborgene Türe unseres Herzens eintreten kann. Sagen sie doch Jesus: Ich bitte dich: tritt ein. Nur Jesus kann Raum schaffen in unserem Herzen, dass wir auch wieder in die Mitte unseres Herzens zurückkehren wollen und können. Wenn sie sich Zeit nehmen: Einfach bei Gott zu sein, dann können sie manche Schwierigkeiten, an denen sie zu zerbrechen drohen, überstehen.

Ein Weg zur Gottesbegegnung führt über das eigene Ich, über die vielleicht verborgene Kammer ihres Herzens, wo das Ebenbild Gottes (Gen 1. 27: "Gott schuf also den Menschen als sein Abbild; als Abbild Gottes schuf er ihn") seinen Platz hat. Der absolut notwendige erste Schritt ist die Reinigung der Seele durch eine sakramentale Beichte.

Von Papst Pius XII. erzählte mir sein Beichtvater, P. Hiemer SJ, dass dieser Papst täglich gebeichtet hat. Er wollte die Reinheit der Seele, was Voraussetzung ist: ein christliches Leben zu führen, so dass das Ebenbild Gottes aufleuchten kann. Im Hinabtauchen auf den Grund des Ichs, der Seele, kann man den Reichtum Gottes erspüren und vor allem die Verankerung mit Gott. Diese Verankerung mit Gott, die bei Menschen bisweilen unterbrochen ist, ist der Grund von vielem Bösen.

Für dieses Hinabtauchen in das eigene Ich, darf ich einen Vergleich bringen: das Meer kann aufgewühlt sein, so dass 10 bis 15 Meter hohe Wellen entstehen. Je tiefer man aber in das Meer hinabkommt, umso ruhiger wird es, selbst wenn es an der Oberfläche stürmt und ein großes, furcherregendes Unwetter herrscht.

Den Reichtum und die Verankerung in Gott finden wir auf dem Grund unserer Seele, zu dem wir vorstoßen müssen wie die Ölbohrer auf hoher See, die unergründlichen Schätze bergen.

Unerlässlich für eine Gottesbegegnung ist auch das Eintauchen in die Heilige Schrift. Jesus will durch seine Worte in uns Leben schaffen, Leben bringen, den Glanz des ewigen Lebens in unseren Herzen auftun. Immer wieder kehren wir zu einer Geschäftigkeit zurück, so dass uns der Vorwurf Jesu trifft: "du machst dir viele Sorgen und Mühe. Aber nur eines ist notwendig. Maria hat das Bessere gewählt, das soll ihr nicht genommen werden" (Lk 10, 41-42).

Schauen wir, was noch Voraussetzung für eine Gottesbegegnung ist. Aus dem Johannesevangelium erfahren wir, wie Jesus noch nicht in das Dorf gekommen war: "Als Maria dorthin kam, wo Jesus war, und ihn sah, fiel sie ihm zu Füßen (Joh 11, 32). Diese Gesinnung der Anbetung Gottes und das absolute Vertrauen: "Jesus, ich vertraue auf dich" sind Voraussetzung einer Begegnung mit Gott.

Man darf bei der Textstelle des heutigen Evangeliums nicht den Nachdruck auf "das Bessere" legen. Es wird hier die Nächstenliebe nicht gegen die Gottesliebe ausgespielt, noch das aktive Engagement gegen die Kontemplation. Man muß aber klar sehen, dass Jesus das Tun der Maria ausdrücklich lobt. "Dem Herrn sich zu Füßen setzen und seinen Worten zuhören" (Lk 10,39) ist Voraussetzung für eine Begegnung mit Gott.

In diesem Verweilen erneuert sich unser Herz und wir sehen unser Leben neu und erwägen, was wichtig war oder was nur wichtig schien. Wir müssen uns fragen, ob wir im Alltag auf Gott hinhören können, so dass er unser Leben bestimmt?

Wie stehen wir vor Gott, vor uns selber, wenn alles, was wir geschaffen haben, durch ein Unglück, durch eine Katastrophe, plötzlich vernichtet wird und nichts mehr da ist? Was bleibt von unserem „Werk“. Wie oft stehen Menschen vor den Scherben des eigenen Glücks, der selbst geschaffenen "Karriere"!
Jesus zeigt Marta und wohl auch uns, dass wir den richtigen Augenblick erkennen. Das muss Marta lernen; man darf das Verhalten Martas nicht generell verurteilen. Es gibt sehr wohl Situationen, in denen eine aktive Gastfreundschaft gefordert ist, wie wir in der ersten Lesung sehen: Abraham sorgt sich, wie Marta im Evangelium, um seine drei Gäste.

In der Betrachtung zum Evangelium des letzten Sonntags wurde deutlich: Die Gottesliebe kann von der Nächstenliebe nicht getrennt werden. Jede Verletzung der Nächstenliebe ist eine Verletzung der Gottesliebe. Die Verknüpfung von Nächstenliebe und Gottesliebe wird auch deutlich in der 1. Lesung: Abraham begegnet - durch seine Gastfreundschaft den drei Fremden gegenüber - dem lebendigen Gott. Es ereignet sich das Unglaubliche: Gott, der um die Gastfreundschaft Abrahams weiß, kommt zu Abraham, der dadurch Gott begegnen darf. Der Hebräerbrief 13,2 macht eigens darauf aufmerksam: "Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt".

Die drei Gäste Abrahams kommen nicht in „Gottesgestalt“, sondern ganz einfach als Mensch, als einer, der unsere Hilfe braucht. So einfach kann ich Gott begegnen! Jesus drückt es so aus: „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25, 40). Öffnen wir unser Herz unseren Blick, dass wir im "Nächsten" Gott erkennen!

Wir sind aufgerufen das, was wir mit Herzen erfasst haben, in die Tat umzusetzen und auch diese frohe Botschaft den Menschen zu sagen, wie wir es von Pau lus in der 2. Lesung hören: "Ich diene der Kirche durch das Amt, das Gott mir übertragen hat, damit ich euch das Wort Gottes in seiner Fülle verkündige, jenes Geheimnis, das seit ewigen Zeiten und Generationen verborgen war. Jetzt wurde es seinen Heiligen offenbart: Gott wollte ihnen zeigen, wie reich und herrlich dieses Geheimnis unter den Völkern ist: Christus ist unter euch, er ist die Hoffnung auf Herrlichkeit.

Ihn verkünden wir; wir ermahnen jeden Menschen und belehren jeden mit aller Weisheit, um dadurch alle in der Gemeinschaft mit Christus vollkommen zu machen" (Kol 1, 24-28).

Besonders der Priester muss sein Amt, das ihm Gott übertragen hat, ausfüllen und von aller Geschäftigkeit reinigen. Wenn der Herr in seiner Herrlichkeit kommt, wird er uns sagen: "Ich war hungrig, und ihr habt mir nichts zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir nichts zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich nicht aufgenommen..." (Mt, 25, 42 ff).

Das heutige Evangelium will uns sicherlich nicht zur Untätigkeit anleiten, sondern will uns aufrütteln: "Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sein Leben einbüßt" (Mt 16,26)?

Am Ende dieser Betrachtung wünsche ich Ihnen, dass sie Gott begegnen und bei ihm sein können, auf einem der aufgezeigten Wege: Gott steht an ihrer Tür und klopft an.

Der Kommentar von P. Dr. Bernhard Sirch zum nachfolgenden Sonntag erscheint jede Woche am Donnerstag auf kath.net. Homepage: » www.pater-bernhard-sirch.de
Diese Bestie ist das Böse, ist der Böse, ist Lüge und Verderben "Ein Schrei, der aus der Liebe zur Kirche kommt" - Eine 15jährige Schülerin schreibt einen erschütternden Brief über den Missbrauch mit dem Religionsunterricht in österreichischen Schulen - Von Bischof Andreas Laun

Salzburg (kath.net)
Vorbemerkung von Weihbischof Andreas Laun für kath.net: Diesen Brief schrieb eine 15jährige Schülerin, ohne Einfluß von außen, ohne Hilfe, sie schrieb ihn in erster Linie an ihren Heimatbischof, dann auch an mich und an jeden, der ihr wirklich zuhören will! Es ist ein Schrei, der aus der Liebe zur Kirche kommt. Ich darf ihn veröffentlichen, vor allem, um die Herzen der Verantwortlichen in der Kirche zu berühren: „Wegschauen“ und „Vertuschen“ in Fragen der Wahrheit ist heute noch häufiger als im Bereich des Missbrauchs – anders und doch ebenso gefährlich, vielleicht sogar schlimmer! Der Gemeinde in Pergamon (Off 2:14-16) hält Gott ihr Dulden von Irrlehren vor und warnt sie! Uns wird der Herr das Dulden vieler anderer Irrlehren vorhalten als den Christen von Pergamon, aber auch uns wird Er zur Rechenschaft ziehen, wenn wir nicht einmal das tun, was möglich wäre. Hier nun der Text:

Sehr geehrter Leser, egal wer Sie sind, ich möchte ihnen gleich zu Beginn sagen, dass ich ihnen danke und dass ich für Sie beten werde, auch wenn ich nicht weiß wer Sie sind, ob sie ein einfacher Priester, ein sehr gebildeter Mensch mit drei Doktorentitel sind oder sogar der Papst hochpersönlich!

Denn vor Gott sind wir alle klein, ein Reicher ebenso wie ein Armer. Doch wir dürfen uns so freuen, dass er uns so unendlich liebt, mit einer Liebe, die unbeschreiblich ist! Mit einer Liebe, die sogar den Tod besiegt hat! Jetzt frage ich Sie, kann solch einer Liebe irgendetwas standhalten? Nein, natürlich nicht. Wer sich ihr widersetzt schwimmt gegen den Strom, Gott ist nur Liebe und Barmherzigkeit.

Doch Barmherzigkeit, so sagte Herr Kardinal Schönborn bei seinem Vortrag in Medjugorje, Barmherzigkeit verlangt auch eine gewisse Strenge.

Jetzt möchte ich ihnen sagen, warum ich diesen Brief schreibe. Ich schreibe ihn nicht, damit ich berühmt werde. Nein, aber ich kann das, was ich mit dieser Bestie, der ich jeden Tag begegne und gegen die ich alleine ankämpfen muss, erlebe, nicht länger für mich behalten. Sie ist eine Gefahr für die katholische Kirche.

Was das allergefährlichste ist, sie kommt schleichend! Wenn wir sie doch sehen könnten! Diese Bestie ist das Böse, ist der Böse, ist Lüge und Verderben! Sie kommt immer nähe. Sie kommt auch von oben, von der Regierung. Wenn das Böse von oben her befohlen wird, was können wir tun? Schweigen, damit uns nichts geschieht? Aber ich sage Ihnen, das ist der falsche Weg, Schweigen und Angst haben.

Hoffe auf den Herrn und sei STARK! Auch wenn es nicht immer leicht fällt, Tränen, Kopfschmerzen, den Titel der Außenseiterin in der Klasse und Sonstiges kostet! Jesus hat sein Leben für uns hingegeben, unter qualvollen Leiden. Da ist mein kleines Leiden ein Klacks dagegen.

Ich möchte Ihnen nun, werter Leser, (die Damen sind natürlich mit eingenommen), kurz einige Situationen aus meinem Leben erzählen, also, wie es mir so tagtäglich an einem Gymnasium in einer fünften Klasse geht.

Wir sind einundzwanzig Schüler, mehr Mädchen als Buben. Und von den zwanzig „verirren“ sich vielleicht drei oder vier mehr als zwei Mal im Jahr in die Kirche, wie unser Religionslehrer so schön sagte! Jeden Tag wappne ich mich mit Gebet in der Früh für den Kampf, ja, ein wahrhaftiger Kampf ist das Schülerleben eines katholischen Schülers!

Ich weiß nicht recht, wo ich anfangen soll. Meine Eltern und ich experimentierten mit Esoterik. Ich kann mich noch genau daran erinnern, wie wir die „Sieben Tibeter Übungen“ gemacht haben und immer wieder, neue, bunte, schöne Steine von der „Steinefrau“ mitgenommen haben. Aber dann fand meine Mama mit Hilfe einer barmherzigen Schwester den Weg zu Gott. Auch neue Freundinnen im Glauben erzählten ihr von Medjugorje! Im Jahre 2000 fuhr die ganze Familie nach Medjugorje und wurde“ bekehrt! Wir spürten, dass Gott REAL ist!

Und jetzt bin ich da, versuche, in, mit und für Jesus zu leben: natürlich habe auch ich den Moment der „Entscheidung“ erlebt, ob ich nun meinen weiteren Weg mit oder ohne Jesus gehen will; ich habe JA! gesagt!!.

Also gut, zuerst ein paar Fakten über die Schule. Ich glaube, fast mehr als die Hälfte Lehrer sind entweder aus der Kirche ausgetreten oder haben mit ihr nur noch wenig am Hut. Einmal habe ich eine ältere Lehrerin in der Kirche gesehen, und sie fand das höchst erstaunlich, dass ich allein noch in die Kirche gehe! Da frage ich mich: Ist das normal, Bin ICH normal, was ist für die heutige Welt normal? Was machen die Jugendlichen meines Alters? Saufen gehört zu den kleinsten Sachen, glaube ich.

Jetzt möchte ich Ihnen von ein paar Situationen erzählen, in denen ich sehr gelitten habe. Vor allem, weil ich ja so ungebildet bin nicht gerade gut im debattieren! Das einzige, was ich wirklich kann ist zu versuchen, Jesus mit meinem ganzen Herzen zu lieben und ihm mein Wesen zu schenken, mit allen Schwächen und Fehlern.

Einmal nahmen wir in Geographie das Thema „Frauen“ durch. Die Lehrerin fragte uns, wo wir Frauen denn noch benachteiligt seien, außer im Berufsleben. Stille. Da schrie sie (wirklich, sie schrie): Na denkts einmal nach! Die katholische Kirche ist der größte Frauenfeind überhaupt!

Zustimmendes Murmeln in der Klasse (Aha, ach ja, genau, stimmt)... und ich dachte mir: Was? Bitte? ICH bin ein wahres Mitglied dieser so „Frauen-feindlichen Institution“ und komme mir überhaupt nicht benachteiligt vor! Im Gegenteil! Ich fühle mich unendlich geliebt!!!!!

Ein anderes Mal tauchte die Frage auf, warum so viele aus der Kirche austreten? Kirchensteuer, langweilig? Wieder Stille. Das einzige, womit die Kirche in Verbindung gebracht wird, sind Steuern. Geld, Geld und nochmals Geld! Ach! Würden sie doch an die guten Seiten denken! Nein, tut niemand! Die Kirche wird wegen allem kritisiert, vor allem, wenn man zahlen „muss“. Ich finde, jede Organisation braucht Geld, um zu überleben. der Kirche, die ja eigentlich nur gibt, zahle ich gerne!!

Da rief unsere Lehrerin: „Na, denkts doch mal an das Wort konservativ. Also, ist das nicht konservativ, wenn ich nach einer Scheidung exkommuniziert werde?“ Ich war wahrscheinlich die einzige, die sich gedacht hat: Nein. Das hat ja alles einen Sinn.

Jetzt möchte ich Ihnen erzählen, was uns im „Religionsunterricht“ so alles beigebracht wird. Meiner Meinung nach ist es eine Schande, so ein Spektakel überhaupt noch Religionsunterricht zu nennen, noch dazu römisch-katholisch!! Wir haben ein Buch, in dem wir von der Kirche wenig bis fast nichts lernen. Die meiste Zeit lernt man entweder über andere Religionen oder über Ökumene, aber dabei kommt der katholische Glaube gar nicht vor!

Nun ja, aber das wichtigste und, das Einflussreichste ist der Lehrer! Darf ich ihnen kurz erzählen, was für mich die Religionsstunden bedeuten?

Also: Einmal hätten wir die anerkannten Religionsgemeinschaften in Österreich in Gruppen ausarbeiten müssen. Ich weiß nicht mehr, ob die katholische Kirche dabeistand, aber ein Mitschüler fragte: „Herr Professor, dürfen wir die katholische Kirche auch machen?“ Ich freute mich unbeschreiblich! Einer interessierte sich doch dafür! Doch die Antwort unseres Lehrers schockierte mich: „Hmmm, nein... nein, da kennen wir uns eh aus, das brauchen wir nicht noch einmal, das ist so viel Zeit.“ Da reichte es mir, und ich sagte: „Entschuldigen Sie, Herr Professor: Wenn eine Gruppe den Islam in 10 min. machen kann, wird jemand auch die katholische Kirche in kurzer Zeit erklären können!“ Bei mir dachte ich, „beim Loretto-Gebetskreis kann man in 90 Sekunden erklären, warum man glaubt, das gibt es am Anfang immer ein 90 Sekunden-Zeugnis.

Er gab sich geschlagen und versuchte sich herauszureden, aber dann kam das Thema Haiti. Der Lehrer legte eine „Gedenkminute“ ein, wäre aber nie auf die Idee gekommen, ein Stück Rosenkranz, nur ein Ave Maria oder Vaterunser zu beten. Überhaupt beten oder singen wir nie in Religion.

Einmal haben wir meditiert oder Atemübungen gemacht, einmal wollte er auch Qui Gong oder Tai Chi oder so was machen. Ich habe nie mitgemacht. Natürlich diskutierten wir über Haiti, und er zitierte gerne die Zeitungstitelseite auf der es hieß; „Jetzt kann auch ich nicht mehr glauben“.

Ich wollte so gerne einmal mit dem Lehrer reden, ihm sagen, wie schlecht es mir nach jeder Religionsstunde geht, wie traurig und niedergeschlagen ich bin! Er redet von Gott, als wäre er ein entfernter Gegenstand, der großteils grausam ist und der uns das Leben schwermachen will! Ich meine, ich kann seine Ansichten nicht ändern und es steht mir auch nicht zu, ihn deshalb zu verurteilen, doch das schlimmste ist: Er LEHRT die Schüler, die sowieso nichts von der Kirche mitbekommen und dann nur das Schlechte in Erinnerung behalten!

Und weiter: Wir hatten eine Besprechungsstunde wegen den Priestern, die Kinder missbraucht haben. Wir durften alle einen Zettel schreiben, und ich dachte mir: Endlich! Ich kann mich dazu äußern, ohne gedemütigt zu werden! Denn, dass die halbe Klasse so wenig wie möglich mit mir zu tun haben will, lässt mich natürlich nicht kalt.

Ich schrieb, dass das natürlich eine große Tragödie ist, und dass ich das überhaupt nicht in Ordnung finde. Aber, jetzt kann man doch nicht hergehen und von einem auf alle schließen! In den Augen meiner Klassenkameraden sind jetzt alle Priester Kinderschänder! Die Kirche ist BÖSE! Ich könnte mir jedes Mal die Augen ausweinen, so sehr schmerzt mich das! Und nicht nur, dass es mir in der Schule schlecht geht, ich nehme die Trauer und die schlechte Laune ja mit nach Hause und lebe ja dort weiter! Mein ganzer Tag vergeht nur, indem ich krampfhaft überlege, was ich denn tun könnte!

Doch was vermag so ein kleiner Wurm wie ich gegen so viele, die viel mehr geachtet sind? Ich stehe alleine in einer Schule, in der ich keinen kenne, der vielleicht eine Jugendbewegung wie Loretto oder Totus Tuus kennt, oder den ich vielleicht schon öfters in der Kirche gesehen habe.

Unser Religionslehrer ist geschieden, er scheint die Sakramente nicht so ernst zu nehmen, er kritisiert die Kirche statt sie uns verständlich zu machen - und dennoch DARF er Religion unterrichten? Ich verstehe das nicht! Wo sind da die klaren Vorschriften?

Ein röm. Katholischer Religionslehrer sollte wirklich katholisch sein und FÜR die Kirche reden!

Viele haben auf die Zettel Sachen draufgeschrieben wie: „Sollen die Pfarrer halt Selbstbefriedigung machen“ oder, „Wie kann Gott das zulassen“, oder, noch schlimmer: „Das Zölibat gehört abgeschafft!“
Zu meinem großen Entsetzen, hat unser Lehrer all das befürwortet!

Er hat gesagt: „Selbstbefriedigung könnte eine Lösung sein“ und „Es sollte jeder entscheiden können, ob er heiraten will oder nicht!“ Dazu kann ich nur sagen: So etwas Unchristliches überhaupt habe ich schon lange und von niemandem gehört! Der Mensch ist als MANN und FRAU geschaffen worden, und sind für die Liebe zueinander bestimmt! Während Selbstbefriedigung eine Befriedigung des Egobedürfnisses ist!

Und der Zölibat ist eine der schönsten Sachen, rein und heilig! Ich kann nur beten und hoffen, dass es nicht abgeschafft wird, wie in der Klasse jetzt diskutiert wird: „Jaja, das schaffen die im Vatikan eh bald ab“.

Ist es schon so weit? Dass WIR Christen uns selbst beschmutzen, damit ungläubige Leute wie diese wieder in die Kirche kommen? Soll ich ihnen meine persönliche Meinung sagen, lieber Leser? Die Kirche wird nur von denen beschimpft, die sie am wenigsten kennen. Die wirklichen Katholiken haben ja kaum etwas oder nichts auszusetzen! Aber diese „Besserwisser“ wollen sich nichts erklären lassen, und verunreinigen nur unser Heiligtum! Manchmal denke ich: Sollen die doch ihre eigene Kirche gründen! Was übrig bleibt, ist dann reiner Wein.

Zurück zum Religionslehrer. Ich konnte mir sein „Wie kann Gott so etwas zulassen?“ nicht mehr anhören. Ich zeigte auf und sagte: „Herr Professor, wir Menschen haben von Gott den freien Willen geschenkt bekommen und so haben wir auch eine gewisse Verantwortung!“ Der Herr Lehrer hielt kurz inne, und entschuldigte seine vorherigen Worte mit einem: „Jaja, genau der Meinung bin ich auch!“ - Ich hätte heulen können vor Wut! Vor allem, weil er genau in der nächsten Stunde wieder gesagt hat: Wie Gott das zulassen kann, ist unerklärlich.

Überhaupt ist es in der Schule in letzter Zeit so, dass ich mich wirklich schon fürchten muss, wenn das Thema „Kirche und Glaube“ auftaucht! Ja! Ich FÜRCHTE mich! Weil dann immer nur geschimpft wird und ich fast gar nichts ausrichten kann, außer vielleicht mit einem ins Gespräch zu kommen, der ein bisschen interessiert ist und meine Antworten logisch findet.

Nun möchte dich zu den letzten, und fast auch schlimmsten Themen kommen: Die Sakramente, Homosexualität, Scheidungen und der Papst.

Wir nahmen einmal die Sakramente durch, besonders eingehen möchte ich auf die Eucharistie, das meine Gruppe bekam! Endlich etwas richtig Katholisches! Ich suchte den ganzen Nachmittag Bilder, und druckte auch etwas über das Wunder von Lanciano aus.

Ich erklärte auch meiner Freundin, was sie sagen sollte. Sie hat keine Ahnung, was die Eucharistie überhaupt ist, woher denn auch! Es kam der Tag der „Präsentation! Ich freute mich schon darauf, meinen Mitschülern etwas mitzugeben, doch da sagte der Lehrer auf einmal: „Das mit der Hostie muss man sich bildlich vorstellen. Also, das braucht man nicht so ernst nehmen, wie die streng Katholischen es tun, ja, das heißt jetzt nicht, dass bei der Wandlung etwas verwandelt wird, das ist nur ein Symbol, und wie beim telefonieren. Der andere ist da, aber nicht wirklich.“ Das versetzte mir den größten Stich. Was? Was lehrt denn die katholische Kirche?? ICH glaube, dass das wahrhaftig Jesu Herz ist!

Eine seiner weiteren Bemerkung war: Nur die Ursakramente sind „wirklich wichtig“! Wörtlich: „Priester wird eh fast keiner, zur Beichte gehen wir auch nicht so oft, naja, Krankensalbung, ist halt das, was man ganz zum Schluss bekommt, und die Ehe wird oft geschieden.“

Für mich brach wirklich eine Welt zusammen. Ich meine, wer kann schon ruhig bleiben, wenn sein allerbester Freund von allen bespuckt, miss- interpretiert und beschimpft wird? Ich nicht!

Dann kam die nächste Stunde. Ich kann Ihnen nicht beschreiben, was das für Schmerzen waren! Es ist, als ob man von einem zum anderen geschupft würde und nie gibt es Ruhe! Jeder Tag ist für mich ein Kampf, Jede Religionsstunde macht mich noch trauriger und verzweifelter. Hört denn keiner mein Rufen? Hilft mir denn niemand? Erkennt niemand die Gefahr, dass alle meine Mitschüler die gleiche Einstellung der Kirche gegenüber bekommen? Bin ich die einzige, die den Religionsunterricht unwürdig findet?!

Nach Meinung des Lehrers sollte der Zölibat abgeschafft werden. Er sagte, der Papst verbietet die Verhütung, also auch Kondome und das, obwohl Kondome ein Mittel gegen Aids wären! Nach Meinung des Lehrers sollte der Zölibat abgeschafft werden. Doch nicht nur das: Er behauptet, die Kirche sei „verstockt“ wenn es um das Thema Sexualität geht und das ginge auf Augustinus zurück. Aber Ich zeigte auf, bereute es aber sofort wieder, aber ich sagte; Das hätte ich noch nie gehört, überall sei nur gut von der Sexualität geredet worden! Er erwiderte, dass die Kirche schon noch altmodisch in einigen Punkten sei wie zum Beispiel bezüglich der Homosexualität.

Ich dachte, ich hör nicht recht. Meine Antwort darauf war: In der Bibel steht: „Du sollt mit einem Mann keinen geschlechtlichen Verkehr haben wie mit einer Frau, es wäre ein Gräuel.“ Darauf der Lehrer: „Ja schon, aber dann müsste man auch wörtlich nehmen, dass man die Frau bei Ehebruch steinigen muss!“

Ich hatte keine Antwort darauf. Ich konnte nicht mehr. Ich sah ihn an, und er mich. Wie zwei Krieger. Ich meine, ich habe nicht gestritten, ich würde ihn nie beleidigen, doch wir spürten, dass er sich mit meiner Ansicht nicht zufrieden geben wollte und ich mich seiner nie im Leben anschließen würde!

Dann ging ein Schreckensschrei durch die Klasse! „Hilfe, wie alt ist der Papst? 82? Ja so redet der auch daher! So ein gestörter!“
Es entwickelte sich alles in die verkehrte Richtung. Ich glaube, nach dieser Stunde werde ich mich nie wieder melden. Ich werde schweigen, bis die Stunde vorbei ist. Wie gerne würde ich nur EINMAL einen Unterricht haben, in dem etwas gelehrt und erklärt wird, in dem uns Gott näher gebracht wird! Ich würde dafür auch eine Woche fasten.

So geht es mir Tag für Tag. Religionsstunde für Religionsstunde. Ich würde mich so gerne verstecken, dem entrinnen, aber es geht nicht, und ich kann es nicht ändern!

Hier beende ich meinen Brief. Ich kann all meine Tränen, meine Trauer und meine Verzweiflung nicht ausdrücken. Ich glaube, das schlimmste ist: Ich muss immer aufpassen, dass ich nicht anfange zu denken wie sie.



zurück
Zur Übersicht der Kurzseiten von Pfarrei St. Martin Arbon
www.kath-arbon.ch



Anfang der Seite  - update: 30.08.2010 - Verantwortlich für diese Seite: Dominik Meier-Ritz Portrait anzeigen  -  Pfarrei St. Martin Arbon