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Wort zum Februar

Fastenzeit<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-arbon.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>75</div><div class='bid' style='display:none;'>10524</div><div class='usr' style='display:none;'>41</div>

Ein neues Jahr hat begonnen – das Jahr 2018. Die Weihnachtszeit mit den Hochfesten der Geburt Jesu, der Gottesmutter Maria und der Erscheinung des Herrn liegen hinter uns. Jesus ist den Kinderschuhen entwachsen. In der Stille von Nazareth hat er sich auf sein öffentliches Auftreten vorbereitet. Johannes hat ihn im Jordan getauft. Er beginnt sein öffentliches Wirken. Und doch: am 02. Februar wird er nach alter Überlieferung als Kind zum Tempel gebracht, um Gott geweiht zu werden.

Von Henryk Walczak, henryk.walczak@kath-arbon.ch

Im Kind sind alle Prophezeiungen der Propheten erfüllt: Gläubig bekennt Simeon: “Nun lässt du, Herr, deinen Knecht, wie du gesagt hast, in Frieden scheiden. Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast: Ein Licht zur Erleuchtung der Heiden und Herrlichkeit für das Volk Israel!“
All die Worte, die die Propheten dem Volk im Auftrag Gottes gesagt hatten, haben in Jesus ihre Erfüllung gefunden. Mit ihm und durch ihn bricht eine neue Zeit an.
Das Licht aus der Höhe ist in die Welt gekommen, um die Dunkelheit zu vertreiben – besonders die Dunkelheit des Herzens. Es möchte im Herzen eines jeden Menschen aufstrahlen. Wärme bringen, wo Kälte und Lieblosigkeit herrscht, Licht bringen, wo der Egoismus den Blick auf den anderen verdunkelt, neue Kraft schenken, wo Sünde und Schuld den Menschen niederdrücken, ihm Vergebung und einen neuen Anfang schenken, wo er der Liebe und der Barmherzigkeit bedarf.
Die Hirten, die Sterndeuter, wie auch Simeon und Hannah sind uns geschenkt, um unsere Beziehung zum Kind in der Krippe und im Alltag zu gestalten. Jesus und seine Botschaft mit in den Alltag zu nehmen, von ihm und aus ihr zu leben, den anderen zu künden durch unsere Worte und unser Handeln. Aber auch, um uns immer wieder auf den Weg zu machen zu ihm, im Gebet, im Hinhören auf sein Wort und in der Feier der Eucharistie.
Mit dem 11. 11. begann im vergangenen Jahr die Karnevalszeit, die sich bis zum Aschermittwoch ausdehnen wird. Im Karneval versuchen wir dem Alltag zu entfliehen. Im Kostüm lassen wir eine andere Seite von uns erkennen, die humorige, fröhliche, dem Leben zugewandte Seite.
„Am Aschermittwoch ist alles vorüber, am Aschermittwoch ist alles vorbei….“. Der ausgelassenen Fröhlichkeit folgt nun eine Zeit der Besinnung: die Fastenzeit. Mit dem Aschenkreuz lassen wir uns bezeichnen und erinnern, dass wir endliche Menschen sind und der Busse und Umkehr bedürfen.
Die Nachfolge Jesu stellt uns auf seinen Umkehr-Weg: Durch Leiden und Kreuz zur Auferstehung. Das „Leben in Fülle“ kommt ohne „Fasten, Gebet und Werke der Liebe“ nicht aus (Tagesgebet des 3. Fastensonntags).
Heinrich Spaemann hat es einmal so formuliert: „Was die österliche Busszeit will: Jene Entsagung, die notwendig ist, damit Gott in unserem Leben wieder alles Sagen hat.“
In der Fastenzeit wollen wir uns wieder einüben in ein Leben, in dem Gott die Mitte ist. Deshalb wird uns ja die Asche in der Form des Kreuzes aufgelegt, weil wir jenem Leben Gottes trauen, das Jesus Christus verkörpert. Der Tod konnte ihm nichts mehr nehmen, weil er schon alles hergegeben hatte. Sünde und Tod haben sich an ihm totgelaufen; sein Kreuz hat uns ein anderes Leben erworben, ein Leben, dessen Kraft Gott selber ist; das ewige Leben, wie wir sagen. Dieses Leben, das uns in der Taufe geschenkt wurde, sollen wir wieder deutlicher zum Vorschein bringen.
Nützen wir die 40-tägige österliche Busszeit, um uns gemeinsam allem zu widersetzen, was uns den Tod bringen will. Wir werden auf manches verzichten müssen, um Grösseres zu gewinnen. Es wird eine ernste, aber keine traurige Zeit sein, die mit dem Aschermittwoch ihren Anfang nimmt. Wir gehen den Weg, den ER gegangen ist. Das Leben geniessen, kommt ohne bewussten Verzicht nicht aus.
Der Christ weiss, dass alles – Ausgelassenheit und Stille, Feiern und Verzicht – bei Gott seinen Platz hat. Und zusammengehört. Das eine ohne das andere – der Fasching ohne den Aschermittwoch, das Fasten ohne die Freude – verliert die Mitte: GOTT.
Ich wünsche allen einen fröhlichen Fasching und eine gesegnete vorösterliche Busszeit – Henryk Walczak SAC

 

publiziert am 01.02.2018



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