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Polenreise 2018

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„Mir bedeuten Reisen mit der Pfarrei am meisten“, sagte eine Arbonerin am Ende der Rundfahrt in Polen

Von Hedy Züger

Die Gruppe um Pfarrer Henryk Walczak wohnte u.a. drei Tage in Danzig-Oliwa bei den Brigida-Schwestern, sie wurde warmherzig und vergnügt umsorgt. Der Orden nennt als Ziel: den Menschen Gutes tun. Ihre gediegene Herberge haben die Ordensfrauen in einem Schlösschen eingerichtet, das früher anderen Herrschaften gedient hat - nicht immer im Sinn von gottgefälligen Werken. Heute ist das anders: die Hauskapelle, mit Marmorboden und einem kunstvollen Tabernakel aus Gold und Bernstein, ist das Zentrum der zehnköpfigen Ordensgemeinschaft. Sie hat ihren Hauptsitz in Rom.

Während die Schweiz tiefe 14 Grad ertragen musste, gab es in Warschau 26 Grad und Sonne. Das prächtige Wetter trug zum Erfolg der Woche bei. Was gab ihr sonst noch die Würze? Das waren perfekte Vorarbeit, gute Gemeinschaft, herzliche Aufnahme an den drei Gastorten und kleine Erlebnisse im Kontakt mit einheimischen Leuten. Überall wurde gute Hausmannskost serviert und dankbar die angenehmen drei Unterkünfte genossen, sie stehen Klöstern nahe.

Sehr gutes Deutsch und Fachkenntnis zeichneten den Historiker aus, der die Oberthurgauer durch Warschau führte. Die Stadt war am Ende des zweiten Weltkriegs zu 85 Prozent zerstört. Den Aufstand junger Einwohner, 1944, zerschlugen die Nazis mit grösster Grausamkeit. Auch durch das ehemalige jüdische Ghetto führte der Weg. 30 Prozent der Einwohner Warschaus waren um 1939 jüdischen Glaubens, ein Grossteil pflegte orthodoxes Brauchtum, und lange nicht alle sprachen Polnisch, sagte der Stadtführer. Er erinnerte an die Ermordung der Tausende polnischer Offiziere durch die Russen und an den Flugzeugabsturz des polnischen Präsidenten, als er die Gedenkstätte besuchen wollte.

Unterwegs wurde im Priesterseminar Halt gemacht, wo Henryk Walczak studiert hat, dann beim Gedenkort für Maximilian Kolbe sowie jenem für den führenden Politiker von Solidarnosz, Lech Walensa, später Präsident Polens.

An alle grossen Ereignisse Polens, ob sie sich im späten Mittelalter oder im 20. Jahrhundert ereigneten, wird in Kirchen und an offenen Stätten des Gedenkens erinnert. Die Gruppe lernte viele davon kennen, darunter die Westerplatte bei Danzig. Hier begann Hitler den II. Weltkrieg. Die Exkursion wurde mit einer Schifffahrt auf der Weixel abgeschlossen.

Die Orte auf dem Programm: Warschau, Thorun, Poznan sowie Gdansk und Gdynia, verfügen alle über eine Altstadt mit bemerkenswerter Bausubstanz und Ambiance. Zum grossen Teil wurden sie bombardiert, wieder aufgebaut und seither sorgfältig betreut. Die Gruppe war sich einig: hier könnte man tagelang verweilen und würde sich nicht sattsehen. Im Bernsteingässchen (und anderswo) fühlten sich vor allem die Frauen angesprochen – das eine und andere Produkt, ob aus Bernstein oder vom Webstuhl, wechselte die Hand.

Die alten Kirchen sind weitgehend restauriert und neue Gotteshäuser entstanden. Zwei hinterliessen starke Eindrücke. So der moderne Rundbau bei Thorun, an dem Glaskunst, Marmorböden und schmiedeeiserne Gegenstände auffielen. Das Umgelände wird zum Kurort erweitert, bereits sind eine Hochschule, Restaurant und ein See realisiert.

Viel Kunst von Könnern zeigt ebenso die Wallfahrtskirche in Lichen. Neben der Grösse und dem prunkvollen Innenausbau fällt der einzigartige Hauptaltar auf. Die Nebenkapellen zeigen Gemälde aus der Geschichte Polens und herausragender Persönlichkeiten. Überall wurden wertvolle Materialien verwendet. Für Schweizer erstaunlich: Spender finanzierten den riesigen Kirchenbau und das grosse Haus für Wallfahrer. Das Gelände ist fast doppelt so gross wie der ganze Vatikan...

Es gibt von dieser Reise viel zu erzählen und viel zu verdanken. Pfarrer Henryk Walczak für Organisation und Übersetzungen, Pfarreisekretärin Gaby Rotach ausserdem für die munteren Liederabende. Ein tiefgefühlter Dank geht nochmals an Myrta Lehmann, die mit mütterlichen Qualitäten und Klugheit über der Reise wachte.

Hedy Züger

 

publiziert am 29.09.2018



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