Urlaub mit leichtem Gepäck

Für manche wird es das in diesem Jahr auf jeden Fall: Urlaub mit leichtem Gepäck. Die Grenzen sind inzwischen geöffnet. Aber vermutlich geht es vielen so wie uns als Familie: Mit Blick auf Corona verzichten wir auf das Reisen ins Ausland. Anstatt vollbeladen mit Koffern und Taschen durch die Lande zu fahren, werden wir in diesem Jahr wohl etwas anders Urlaub machen: von zuhause aus - mit Tagesausflügen, Velotouren, Spaziergängen oder einfach auch Tagen im wohlvertrauten Daheim. Vielleicht tut das ja mal richtig gut - so ein Urlaub mit leichtem Gepäck.
Immerhin tragen wir im Moment alle ohnehin sehr vieles mit uns herum. Corona hat uns immer doch fest im Griff. Die Sorge vor einer zweiten Welle beschäftigt uns und wir müssen uns bemühen, das rechte Mass zu finden zwischen nötiger zwischenmenschlicher Nähe und gebotener Distanz. Auch die Furcht vor der eigenen Ansteckung mag für manche eine Last sein; nicht nur wegen der gesundheitlichen Folgen, sondern auch in Verbindung mit der Frage nach der eigenen Schuld, wenn dadurch weitere in Quarantäne und Isolation gehen und eben nicht den geplanten Urlaub geniessen oder wie gewohnt zur Arbeit gehen können. Gleichzeitig bemerken wir je länger je mehr, dass trotz der vielen anfänglichen Soforthilfen die Wirtschaft, die Kulturbranche, Selbständige und viele mehr inzwischen die Auswirkungen zu spüren bekommen. Da geht es dann plötzlich um die Sorge um die eigene Existenz und die Frage nach der Zukunft. Und am Ende sind da all die ganz normalen Konflikte, die Streitereien, die Ungeduld, der Ärger und vieles mehr, was uns das Leben oft nicht leichter macht...
Urlaub mit leichtem Gepäck. Das wünsche ich mir auch in dieser Hinsicht. Dass ich - und alle anderen - die richtigen Wege finden, das Belastende und Beschäftigende hinter sich zu lassen. Loszulassen von all dem, was wir tagtäglich an Sorgen und offenen Fragen mit uns herumtragen. Dass wir den Mut haben, gewisse Dinge zu klären und dadurch uns und anderen durch Versöhnung, ein Gespräch oder auch eigene geplante Verhaltensänderungen das Leben etwas leichter zu machen. Aber wir müssen ehrlich sein - manches von dem, was uns belastet, können wir selbst nicht einfach ändern; manches liegt nicht in unserer Hand. Hier müssen wir lernen zu vertrauen – auf die Menschen, die für uns da sind und auch besonders auf Gott.

Loslassen
Jesus hat einmal gesagt: "Kommt alle zu mir, die ihr beladen seid. Ich will euch Ruhe verschaffen." (Mt 11,28). Nehmen wir seine Einladung ernst und übergeben wir all das, was wir tagtäglich mit uns herumschleppen. Vertrauen wir es ihm an und beten wir darum, dass er uns hilft, nach vorne zu schauen, die richtigen Wege zu finden; und vor allem all das los und sein zu lassen, was wir oft ohnehin nicht ändern können. Denn ich glaube, es sind vor allem diese Sorgen und Ängste, die es uns so oft schwer machen, leicht durchs Leben zu gehen. In der Kirche finden Sie eine kleine Hilfe, um symbolisch loslassen zu können. Was Sie beschäftigt, können Sie dort auf Steine aufschreiben und anschliessend mit einem Gebet, einem Moment Stille oder auch einfach nur so vorne am Seitenaltar Gott und Jesus übergeben. Wir dürfen darauf vertrauen, dass wir gehört werden. Und es tut gut, seine Sorgen mit jemand anderem zu teilen - der, wie wir glauben, uns so sehr liebt, dass er sich für uns einsetzt. Lassen wir los, geben wir Lasten ab und schauen wir, was Jesus für uns daraus machen wird.

Wir wünschen Ihnen einen Urlaub mit leichtem Gepäck - und die Erfahrung der Hilfe Gottes.

Tobias Zierof
Bereitgestellt: 21.07.2020     Besuche: 39 Monat  
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