Abschied von der Säulen-Pappel Gruppe

1 Seiten aus 20200310_Baumbeurteilung Säulen-Pappeln, Bahnhofstrasse 5, Arbon ab Seite 1_1<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-arbon.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>927</div><div class='bid' style='display:none;'>19296</div><div class='usr' style='display:none;'>140</div>

Wir alle haben die 3 altehrwürdigen Bäume vor unserer Kirche St. Martin sehr liebgewonnen. Leider sind sie ein Sicherheitsrisiko geworden. Lesen Sie welche Massnahmen wir im September in unseren Grünanlagen umsetzen werden.
Friedrich Sakkal,
Liebe Kirchbürgerinnen und Kirchbürger

Ich weiss dass sich viele von Ihnen nur mit Wehmut von unseren Pappeln verabschieden können. Es schmerzt, denn es sind nicht einfach ein paar Pflanzen von denen hier die Rede ist. Doch es hilft nichts. Auch die regelmässige fachmännische Behandlung durch einen Baumpfleger könnte die Probleme nicht lösen. Bitte lesen Sie dazu beiliegende Baumbeurteilung eines der namhaftesten Baum-Sachverständigenbüros unseres Landes. So bleibt uns leider nichts anderes übrig als diese zu fällen. Die Arbeiten werden ab Dienstag, den 8. September 2020 durchgeführt.
Natürlich ist auch bereits für Nachwuchs gesorgt: Wir haben uns für eine Säuleneiche entschieden, ein schlankes, aufrechtes und dankbares einheimisches Gewächs. Sie erreicht höchstens zwei Drittel der Höhe der heutigen Pappeln. Damit ersparen wir kommenden Generationen die statischen Probleme mit denen wir uns heute beschäftigen müssen. Als Solitär gedeiht sie besser und stärker als als Baumgruppe. Ihr Wurzelwerk geht in die Tiefe statt in die Breite so dass kommenden Generationen auch Probleme mit den aufgeworfenen Bodenplatten weitgehend erspart bleiben. Das Herbstlaub einer Eiche ist einfacher aufzukehren als beispielsweise Birkenblätter.

Die optimale Jahreszeit für das Setzten eines jungen Baumes ist der Winter. Vor der Pflanzung sollen alle natürlichen Absterbe-Prozesse im Boden abgeschlossen sein. Die Wurzelstockfräse alleine kann das nicht bewerkstelligen. Damit die Natur genug Zeit hat, um sich nach einem massiven Eingriff zu erholen und zu beruhigen, sollen zwischen Fällung und Neubepflanzung etwa 4 Monate Ruhezeit eingeplant werden. Deswegen ist der September ein gut gewählter Zeitpunkt für die Fällung.
Als Bodenbepflanzung rund um die junge Säuleneiche haben wir uns für Stauden entschieden so wie sie bereits an der südlichen Aussenmauer der Kirche St. Martin wachsen. Sie sind schön, genügsam und bilden kaum Nahrungskonkurrenz für die neu zu pflanzenden junge Säuleneiche.

Arbeiten im Garten vor dem Rothen Haus Süd
Auch die junge Eibe vor der Strassenlaterne ist bereits geschwächt und führt so lange ein Schattendasein, bis man ihr mehr Raum zur Entfaltung zur Verfügung stellt. Sie hat erheblich mehr Lebenszeit vor sich als die derzeit dominante benachbarte Scheinzypresse, die sich in ihrem letzten Lebensabschnitt befindet. So haben wir beschlossen, die Scheinzypresse auf etwa 2.5 Meter einzukürzen.
Damit schlagen wir mehrere Fliegen mit einer Klappe:
  • Im zurückbleibenden absterbenden Baumstamm wird sich neue Fauna und Flora ansiedeln. Das Totholz ist idealer Nährboden für neue Biodiversität.
  • Der verbleibende Efeu wird sich über den Stamm legen und es wächst neuer Lebensraum für Kleinlebewesen.
  • Der zurückbleibende Baumstamm schützt einerseits die junge benachbarte Eibe im empfindlichen unteren Bereich vor Sonnenbrand, andererseits wird er ihrem Gedeihen nicht mehr als Nahrungskonkurrent im Wege stehen.


Zurückschneiden Efeubewuchs
Zu viel Efeubewuchs kann sich belastend auf einen Baum auswirken. Er wird zur Nahrungskonkurrenz und zur mechanischen Belastung.
Andererseits wirkt sich Efeu im Stammbereich auf die empfindliche Borke schützend aus gegen Schrammen jeglicher Art, beispielsweise gegen Vandalismus wie eingeritzte Herzchen. Darüber hinaus ist er eine wertvolle Bereicherung der Ökologie mit seinem mannigfaltigen Nist-Angebot für Insekten und Vögel.
Efeu sollte also von Zeit zu Zeit an den Ästen gestutzt werden. Dazu eignen sich am besten der August und September. Baum und Natur vertragen einen massiven Eingriff in grösseren Zeitabständen besser als wenn man in kurzen Zeitabständen weniger massiv stutzt. Die entsprechenden Arbeiten in unseren Grünanlagen werden ebenfalls ab 08. September durchgeführt.

Sowohl die Grünraumkommission der Stadt Arbon als auch unser Umweltteam "Grüner Güggel" sind über die Massnahmen informiert und haben sich einverstanden erklärt. Ihnen vielen Dank für die Zusammenarbeit.

Bitte erschrecken Sie also nicht wenn Ihnen der Anblick der Grünanlagen rund um unser Kirche St. Martin demnächst etwas ungewohnt erscheinen wird.

Herzlicher Gruss

Friedrich Sakkal
Bereitgestellt: 22.08.2020     Besuche: 72 Monat  
aktualisiert mit kirchenweb.ch