Ein Jahr Thurgau

Time Passing by <span class="fotografFotoText">(Foto:&nbsp;Icons8&nbsp;Team&nbsp;on&nbsp;Unsplash.com)</span><div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-arbon.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>890</div><div class='bid' style='display:none;'>19363</div><div class='usr' style='display:none;'>144</div>

Seit über einem Jahr sind Simone und Tobias Zierof mit ihrer Familie in Arbon. Hier blicken sie zurück auf dieses erste Jahr; das in manchem ganz anders war, als gedacht.
Tobias Zierof,
Unfassbar
Ja, es ist kaum zu fassen. Inzwischen sind wir, meine Frau, meine Kinder und ich, tatsächlich bereits über ein Jahr bei euch und Ihnen in Arbon. Es ist unvorstellbar, wie schnell dieses Jahr vergangen ist. Und auch, wenn dieses "Jubiläum" schon wieder fast 3 Monate zurückliegt, würde ich gerne mit euch ein paar Gedanken teilen.
Das Wichtigste vorab: Wir fühlen uns als Familie sehr wohl bei euch in Arbon und sind sehr gerne Teil dieser grossen und vielfältigen Glaubensgemeinschaft. Mit vielen von euch durften wir in der Zwischenzeit bereits einen Schwatz halten, über die Zukunft und die Herausforderungen der Pfarrei vor Ort und der Kirche allgemein diskutieren und vor allem auch Feste - sowohl traurige wie frohe - miteinander feiern.

Echte Begegnungen
Eine Frage, die uns wohl am häufigsten im letzten Jahr gestellt worden ist, war: Habt ihr euch schon gut eingelebt? Meistens beantworte ich diese Frage mit: "Wir sind noch dran." Der Hintergrund hierfür ist dieses kleine Virus, das uns überall in Atem hält. Denn wir spüren, dass viele der Begegnungen, Anlässe und Gespräche, bei denen wir euch Arboner und Roggwiler noch besser hätten kennen lernen können, einfach nicht stattgefunden haben. Und wo man sonst nach einem Jahr auch kirchlich sagen kann: "Jetzt haben wir mal alle kirchlichen (Hoch)Feste und Veranstaltungen einmal erlebt und mitgemacht", trifft dies in unserer Situation dieses Mal nicht zu. Es fehlt eben schon, miteinander in grosser Freude und grosser Gemeinschaft Ostern gefeiert zu haben.
Ich denke, das zeigt uns diese Zeit ganz besonders: bei allen technischen Möglichkeiten bleiben echte Begegnungen und gerade auch zweckfreie Gespräche unersetzbar. Und darauf hoffe ich in diesem zweiten Jahr: dass es uns gelingt - trotz Corona - einander besser kennen zu lernen, gute Gespräche zu führen und vor allem immer wieder unseren Glauben als Gemeinschaft zu feiern.

Dankbarkeit
Dankbar sind wir für die grosse Offenheit, die ihr uns entgegen bringt. Wir spüren die Unterstützung von vielen und auch die Bereitschaft mit uns gemeinsam nach guten Wegen für die Zukunft zu suchen. Zudem beeindruckt es uns immer wieder, wie viele von euch in den verschiedenen Gebetsgruppen, Organisationen, Besuchsdiensten, Behörden und vielem mehr aktiv sind. Wir spüren, dass wir hier in einer betenden und gleichzeitig tatkräftigen Pfarrei leben und arbeiten dürfen, die sich an vielen Stellen ihrer Verantwortung bewusst sind. Wir sind sicher, dass wir miteinander Antworten finden, wie wir gemeinsam als Kirche in und für Arbon da sein und wirken können.

Ein Blick in die Zukunft
Besonders spannend wird diese Frage im Bezug auf die bald kommende Adventszeit. Corona wird uns auch hier herausfordern, uns auf die jeweilige Situation einstellen zu müssen. Überall sind Advents- und Weihnachtsmärkte auf der Kippe, Konzerte werden vorsichtigerweise abgesagt oder verkleinert. Ist dann überhaupt noch richtig Advent? Es kann für uns eine Chance werden, den Kern des Advents, das Warten auf die Geburt Jesu und damit auf Gottes Gegenwart bei uns, ganz persönlich ins Zentrum zu stellen. Es ist möglich, dass wir so diese Bedeutung des Wartens dann wieder neu entdecken können; und neue Wege finden, es kleiner, familiärer und so vielleicht sogar direkter zu leben und zu gestalten.

Einen letzten Ausblick möchte ich noch über Weihnachten hinaus wagen. Wie viele von euch wissen, sind wir inzwischen auf dem Weg hin zum Pastoralraum Oberthurgau. Im August habe ich meine Aufgabe als Projektleiter übernommen. Gemeinsam mit VertreterInnen aus den anderen Pfarreien des zukünftigen Pastoralraums sind wir daran tragfähige und realistische Strukturen und Konzepte dafür zu erarbeiten, wie wir auf gute Art und Weise im Pastoralraum zusammenarbeiten und uns gegenseitig bereichern können. Mit Romanshorn, Amriswil, Hagenwil und Sommeri sowie Arbon, Horn und Steinebrunn wird der Pastoralraum Oberthurgau zwar gross. Aber in dieser Grösse und auch der Unterschiedlichkeit der einzelnen Pfarreien liegt auch eine grosse Chance: nämlich gemeinsam mit unterschiedlichen Stimmen und Schwerpunkten das zu tun, wozu wir hier sind – nämlich etwas von Gottes Gegenwart unter uns Menschen sichtbar zu machen und Freude am Glauben auszustrahlen.
Machen wir uns miteinander auf diesen Weg - egal ob im Grossen oder im Kleinen und haben wir den Mut, uns bei alldem vertrauensvoll führen zu lassen.
Wir sind gespannt auf das, was kommt. Und wir freuen uns, mit euch unterwegs zu sein.

Simone und Tobias Zierof
Bereitgestellt: 23.10.2020     Besuche: 58 Monat  
aktualisiert mit kirchenweb.ch