Die St. Galler Corona-Bibel

Corona-Bibel F2<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-arbon.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>265</div><div class='bid' style='display:none;'>19438</div><div class='usr' style='display:none;'>85</div>

In St. Gallen haben evangelische und
katholische Seelsorgende in der Corona-
Zeit eine einfache und überraschende Idee
entwickelt: die ganze Bibel abschreiben.
Aber nicht sie selber wollten schreiben,
sondern sie haben Menschen in ihren
Seelsorgekreisen dazu eingeladen.
Das Projekt wurde breit ausgeschrieben im Lebensraum St. Gallen, weitere Bedingungen wurden keine diktiert. So haben rund 1000 Schreibende vom Beginn des Lockdowns bis Ende Mai Bibeltexte mit ihrer eigenen Handschrift und in ihrer Muttersprache abgeschrieben. Dabei waren sie frei in der Auswahl der Bibelübersetzung und konnten auch Kommentare beifügen, die nicht zensuriert wurden. Denn die Schreibenden sollten einen eigenen Zugang zu ihrer Bibelstelle finden, den Text in den Worten und dazu gemalten Zeichnungen erleben. So kam eine bunte Gruppe von biblischen «Schriftstellern» zusammen, neben Kindern auch Kunstschaffende, Atheisten, auch ein Gefängnisinsasse war dabei neben den vielen normalen Interessierten.

Ein grosses Gemeinschaftswerk
Die St. Galler Corona-Bibel umfasst 3811 Seiten, die in sieben Bände aufgeteilt sind. Bis Weihnachten wird das Werk noch gebunden und dann fertiggestellt sein. Im Frühling plant die Stiftsbibliothek einen Festakt, zu dem alle Schreibenden aus dem In- und Ausland eingeladen werden und sich dann auch sehen und kennenlernen können. Neben dem Original entstehen mehrere gedruckte Bibeln für Kirchen und Bibliotheken sowie eine digitale Version.

… und ein Zeichen der Hoffnung
In diesen schwierigen Zeiten müssen die Kirchen kreative Wege finden, um die Menschen zu verbinden und zu ermutigen. So kann sicher gesagt werden, dass ein prophetischer Geist zu diesem Projekt inspiriert hat; man wird wohl noch lange von der Corona-Bibel reden und sie auch sichtbar machen in den Kirchen, in Gottesdiensten und bei anderen Anlässen. Organisatorisch war auch ein grösserer Aufwand zu leisten, 30 000 Franken waren zu beschaffen, dazu brauchte es die logistische Unterstützung von vielen Freiwilligen. Gelohnt hat sich diese ökumenische Arbeit bestimmt!
Bereitgestellt: 08.01.2021     Besuche: 32 Monat  
aktualisiert mit kirchenweb.ch