Grüner Güggel - Rezertifizierung - Schöpfungsleitlinien

Wiese statt Rasen (Foto: Mathilde Künzler)

Zertifikat "Grüner Güggel" für die Kath. Kirchgemeinde Arbon
Mathilde Künzler,
Seit 2015 besitzt unsere Kirchgemeinde das Zertifikat "Grüner Güggel". Wir haben uns damit zur Aufgabe gemacht, unter dem Leitgedanken "Schöpfung bewahren" dem Umweltschutz, der Nachhaltigkeit und dem Erhalt von Arten und Vielfalt in besonderer Weise Sorge zu tragen. In den darauf folgenden Jahren hat die eingesetzte Kommission Grüner Güggel zahlreiche Daten gesammelt, dokumentiert, analysiert und Verbesserungsmöglichkeiten gesucht. Mit der Unverzichtbaren Unterstützung unserer Kirchbürger, dem Wohlwollen der Kirchenvorsteherschaft und dem unermüdlichen Einsatz vieler Mitarbeiter und freiwilliger Helfer konnten in den letzten Jahren bereits sichtbare Erfolg erzielt werden.
Unsere Zertifizierung wurde nun am 31. Oktober 2020 von einem kirchlichen Umweltrevisor geprüft und bestätigt. Die Katholische Kirchgemeinde Arbon ist damit weiterhin berechtigt, den Titel einer umweltgerechten Kirchgemeinde zu tragen.
Unser besonderer Dank gilt allen, die in den letzten Jahren mit grossem persönlichem Einsatz und manchmal auch "gegen den Strom" unsere Bemühungen unterstützt und zu diesem Erfolg beigetragen haben. Sie alle haben mit uns den Beweis erbracht, dass unsere "Schöpfungsleitlinien" nicht nur leere Worte bleiben.
Für die Umweltkommission
Mathilde Künzler


SCHÖPFUNGSLEITLINIEN der Katholischen Pfarrei St. Martin und der Katholischen Kirchgemeinde Arbon

Gepriesen sei, du mein Herr, durch unsere Schwester Mutter Erde, die hilft, uns regieren und nähren, und schenkt uns vielerlei Früchte, Buntblumen und Kräuter und Ähren.
(Franz von Assisi, Sonnengesang)

Der Mensch enthält eine gewisse Verwandtschaft mit den anderen Geschöpfen. Er ist berufen, sie zu gebrauchen, sich um sie zu kümmern, und ist – immer nach dem Genesisbericht (2,15) – in den Garten versetzt mit der Aufgabe, ihn zu bebauen und zu hüten, über allen anderen Geschöpfen, die von Gott seiner Herrschaft unterstellt sind.
(Papst Johannes Paul II, Enzyklika „Sollicitudo rei socialis“)

PRÄAMBEL
Der Einsatz für die Umwelt entspricht dem Glauben an den Wert der Schöpfung als „Haus Gottes“.
Als Christinnen und Christen sind wir aufgerufen, unsere Schöpfung auch für die kommenden Generationen zu bewahren.

EINFÜHRUNG EINES UMWELTMANAGEMENTSYSTEMS UND DESSEN KONTINUIRLICHE VERBESSERUNG
Wir führen ein Umweltmanagementsystem ein, um unsere Umweltbilanz zu verbessern.
Mit dem Ziel der kontinuierlichen Verbesserung dokumentieren und überprüfen wir regelmässig unsere Umweltbilanz und aktualisieren das Umweltprogramm. Bei Bedarf ziehen wir qualifizierte Berater bei.

VERHÜTUNG VON UMWELTBELASTUNGEN
Wir vermeiden und verringern Belastungen und Gefahren für die Umwelt kontinuierlich und setzen die bestverfügbare Technik zum Wohle der Umwelt ein, soweit dies wirtschaftlich vertretbar ist.

NACHHALTIGKEITSPRINZIP
Wir möchten Entscheidungen treffen, die auf Dauer ein ökologisches Gleichgewicht ermöglichen und sich nicht nachteilig für das Leben künftiger Generationen auswirken.
Wir sind davon überzeugt, dass in vielen Fällen Ökologie und Ökonomie Hand in Hand gehen. Nach Abwägung der ökologischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkte sind wir allerdings auch bereit, Massnahmen umzusetzen, die zumindest auf kurze Sicht höhere Kosten verursachen, wenn und soweit der ökologische Gewinn dies rechtfertigt und dies wirtschaftlich vertretbar ist.

KONKRETE UMWELTZIELE
Wir suchen bei allen Vorhaben nach Wegen, welche die Umwelt am wenigsten belasten bzw. möglichst nachhaltig sind, insbesondere
• handeln wir in regionaler und weltweiter Solidarität und achten dabei auf fairen Handel, auf kurze Versorgungswege, auf umweltschonende Erzeugung und bei tierischen Produkten auf artgerechte Haltung;
• berücksichtigen wir umweltverträgliche Verbrauchsmaterialien, insbesondere im Bereich des Papiers;
• reduzieren wir soweit möglich den Abfall;
• führen wir wiederverwertbare Materialien konsequent dem Recycling zu;
• vermindern wir den Energie-, Wasser- und Materialverbrauch in kirchlichen Gebäuden;
• berücksichtigen wir bei der Planung von baulichen Massnahmen und bei Investitionsentscheidungen die entsprechende Umweltbilanz bzw. den Nachhaltigkeitsgrundsatz und konsultieren die einschlägige Checkliste;
• wählen wir unsere Geschäftspartner auch unter Berücksichtigung ökologischer Faktoren aus;
• stellen wir eine möglichst grosse Biodiversität in unserer Gärten und Parkanlagen sicher.

EINHALTUNG DER UMWELTGESETZGEBUNG
Wir halten die Umweltgesetzgebung im Sinne von Minimalanforderungen ein.

ZERTIFIZIERUNG
Wir streben die Zertifizierung des Umweltmanagements an.

UMWELTBILDUNG
Wir betrachten die Bewahrung der Schöpfung als zentraler Ausdruck des Christseins. Die entsprechende Sensibilisierung der Mitarbeitenden und Pfarreiangehörigen erachten wir daher als eine zentrale Aufgabe der Pastoral. Wir werden daher bestrebt sein, in der Verkündigung, der Katechese, der Kinder- und Jugendarbeit wie auch der Erwachsenenbildung entsprechende Schwerpunkte zu setzen. Kirchgemeinde und Pfarrei ermuntern und unterstützen die Mitarbeitenden, sich mittels entsprechender Weiterbildung selbst ein entsprechendes Knowhow zu erwerben und dieses in die tägliche Arbeit einfliessen zu lassen.

EXTERNE UND INTERNE KOMMUNIKATION
Wir informieren regelmässig über unsere Umweltaktivitäten (Pfarrblatt, Homepage, Gottesdienste etc.) und suchen den Dialog mit der Öffentlichkeit (Pfarreiangehörige, evangelische Kirchgemeinde, andere Glaubensgemeinschaften, Stadt Arbon, lokale Natur- und Vogelschutzvereine, Kanton Thurgau, Regionalleitung Bistum). Wir sind offen für Anregungen und Kritik.
Wir beziehen alle Mitarbeitenden aktiv in Umweltfragen ein und nehmen Anregungen auf und berücksichtigen diese.

ERFAHRUNGSAUSTAUSCH
Wir bemühen uns um einen regelmässigen Erfahrungsaustausch mit anderen Kirchgemeinden/Pfarreien, welche ein Umweltmanagementsystem eingeführt haben.

ZUSAMMENARBEIT
Pfarrei und Kirchgemeinde sind sich bewusst, dass die Umsetzung dieser Leitlinien eine optimale Zusammenarbeit zwischen ihnen erfordert.

ERLASS, PUBLIKATION UND ÄNDERUNG DER LEITLINIEN
Diese Leitlinien sind am 24. März 2015 für die Kirchgemeinde mit Beschluss der Kirchenvorsteherschaft und für die Pfarrei mit Beschluss des Pfarradministrators verabschiedet worden. Sie werden im Pfarrblatt und auf der Homepage publiziert. Sie können jederzeit von den zuständigen Gremien angepasst werden.

Schöpfungsleitlinien vom 24. März 2015
Bereitgestellt: 10.01.2021      
aktualisiert mit kirchenweb.ch