Weihnachten ist vorbei...

fir-tree-3952362_1920<div class='url' style='display:none;'>/</div><div class='dom' style='display:none;'>kath-arbon.ch/</div><div class='aid' style='display:none;'>936</div><div class='bid' style='display:none;'>19429</div><div class='usr' style='display:none;'>153</div>

Am 28. Dezember hörte ich im Radio diesen Satz: «Jetzt können wir sagen, dass Weihnachten definitiv vorbei ist.» Auch wenn ich den Hintergrund dieser Aussage verstehe, hat sie mich wieder einmal stutzig gemacht.
Denn, stimmt das denn? Ist Weihnachten wirklich (schon) vorbei – immerhin befinden wir uns ja jetzt bereits mitten im Januar, der Jahreswechsel liegt hinter uns und der (Corona-)Alltag hat uns wieder eingeholt. Für mich persönlich ist Weihnachten in den vergangenen Jahren – vor allem seit ich in der Kirche arbeite – immer weniger ein konkretes Fest im Jahreskreis. Vielmehr entwickelt sich mein Verständnis eher dahin, Weihnachten als symbolisches Fest für eine Grundhaltung in meinem Leben zu verstehen. Denn als glaubende Menschen wissen wir ja eigentlich tief im Herzen, dass dieses Geschehen damals mehr war als ein besonderes Einzelereignis, wie es gesellschaftlich heute eher in den Familien gefeiert und verstanden wird. Weihnachten – das ist doch eher der Auftakt und Startschuss für eine spannende, aufregende, abwechslungsreiche, lehrreiche und auch herausfordernde Geschichte Gottes für uns Menschen. Weihnachten ist eben nicht vorbei, sondern wir befinden uns eigentlich mittendrin. Die Grundbotschaft Gottes «Ich bin mit euch», die in Jesus sichtbar wurde, gilt. Nicht nur vor 2000 Jahren, nicht nur für den 24. bis 26. Dezember, sondern immer. Und es gilt für uns, aus diesem Versprechen heraus zu leben, es zur Grundlage für unseren Alltag zu machen und daraus Kraft und Hoffnung zu schöpfen. Gerade in diesen Tagen kann uns diese Überzeugung, dass Gott da ist für uns, innere Kraft geben; gerade weil vieles nicht in unseren Händen liegt, tut es gut zu wissen, dass Gott versprochen hat, uns durchs Leben zu begleiten und zu führen. Aber es ist und bleibt wie damals vor 2000 Jahren. Die Gegenwart Gottes im Hier und Jetzt ist etwas, das oft im Verborgenen bleibt und nicht auf den ersten Blick erkannt wird. Wie damals niemand mit der Geburt Gottes im Stall gerechnet hat, erkennen wir auch nicht immer, auf welche Weise er in unserem Leben aktiv und uns nahe ist. Es gilt deshalb, ein wirklich «weihnachtliches» Leben zu leben, mit Gott auf Schritt und Tritt zu rechnen und auf seine Liebe und Nähe zu vertrauen, auch wenn wir sie gerade nicht sehen, spüren oder entdecken können. In diesem Sinn sind wir vielleicht so wie die Sterndeuter von damals. Wir dürfen auf der Suche bleiben nach solchen Zeichen der Nähe Gottes in unserer Welt und in unserem
Leben. Nicht selten sind es Zeichen, die von anderen gar nicht gesehen oder anders interpretiert werden. Doch für die, welche sich von ihnen faszinieren und neugierig werden lassen, werden sie zur Gewissheit dafür, dass Gott da ist. Gerade jetzt, wo die offenkundigen Erinnerungen an Weihnachten des vergangenen Jahres verblassen, die Christbäume bereits entsorgt, die Krippen
aufgeräumt sind und schon wieder andere Zeichen und Symbole unseren Alltag bestimmen, gilt es aufmerksam nach den heutigen Sternen und Zeichen Gottes zu suchen. Ich bin sicher, dass es sie gibt, dass sie aber oft im Glanz und der Wichtigkeit von Anderem übersehen werden. Aber ich glaube auch, dass wir manchmal diese Zeichen und Symbole, aber auch konkrete Begegnungen
Gottes zu uns, erst im Nachhinein begreifen werden. Wer weiss, ob nicht auch die drei Weisen aus dem Morgenland die ganze Bedeutung ihres Erlebnisses damals erst viel später ganz begriffen haben… Insofern wundern Sie sich nicht, dass jetzt – nach Weihnachten – in dieser Ausgabe des
forumKirche auf unseren Seiten noch einmal Weihnachten und der Stern von Bethlehem im
Vordergrund stehen. Denn sie erinnern uns daran, dass wir eigentlich immer mittendrin
sind, in der Weihnachtszeit – in der Heilszeit. Und wenn Sie mutig sind, dann wünschen Sie doch jetzt, ganz bewusst, anderen immer noch «Frohe Weihnachten».
Tobias Zierof
Bereitgestellt: 14.01.2021     Besuche: 25 Monat  
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