«Pastoralraum» Vor vielen Jahren hörten viele von Ihnen diesen Begriff das erste Mal.

Logo Pastoralraum (Foto: Maria Mazzini-Sorbello)

Seitdem wurde oft neu geplant, der Kreis der beteiligten Pfarreien erweitert, Errichtungsdaten verschoben usw. So geisterte der Begriff «Pastoralraum» ohne noch klare Inhalte durch die Köpfe und verbreitete viel Unsicherheit.
Inzwischen hat dieses Projekt des Pastoralraums endlich ein Gesicht und auch eine konkrete Gestalt bekommen. Ich freue mich, dass ich Ihnen auf diesem Weg ein wenig berichten kann, wo wir inzwischen stehen und was uns alle erwartet.

Zusammensetzung des Pastoralraums
Der «Pastoralraum Oberthurgau» bildet sich aus den sieben Pfarreien Amriswil/ Hagenwil/Sommeri (Leitungseinheit Amriswil), Arbon/Horn/Steinebrunn (Leitungseinheit Arbon) und Romanshorn. Zusammen mit Joseph Devasia als leitendem Priester werde ich, Tobias Zierof, die Funktion des Pastoralraumleiters wahrnehmen. Anne Zorell Gross als Gemeindeleiterin von Romanshorn, Beat Muntwyler als Pfarradministrator der Leitungseinheit Amriswil und Simone Zierof als Co-Gemeindeleiterin der Leitungseinheit Arbon werden gemeinsam mit uns das Pastoralraumteam bilden. Da gestalten wir die Zukunft des Pastoralraums, werden wir nach Synergien suchen, uns der kommenden Herausforderungen annehmen und die Verantwortung für die Pfarreien und den Pastoralraum als Ganzem übernehmen. Da die Leitungen vor Ort aber bestehen bleiben, bleibt die Selbständigkeit der Pfarreien weiterhin gewährleistet.

Was erwartet Sie (und uns)?
Wir haben uns intensiv mit der schwierigen Vorgeschichte des Pastoralraums auseinandergesetzt, die Gegebenheiten analysiert (siehe unten) und nach konstruktiven und realistischen Wegen der Zusammenarbeit in «unserem» Pastoralraum gesucht. Eines – und das ist vermutlich das Wichtigste – ist uns ganz klar geworden: Wir werden mit sehr kleinen Schritten starten. Aufgrund der Grösse und Vielfältigkeit des Pastoralraums werden anfangs das gegenseitige Kennenlernen, fachlicher Austausch und vereinzelte Weiterbildungen im Zentrum stehen. Auf der Ebene der Mitarbeitenden sollen gegenseitiges Vertrauen aufgebaut, Erfahrungen und Ideen ausgetauscht und neue Netzwerke geknüpft werden. Daraus können dann Synergien wachsen, Möglichkeiten gegenseitiger Zusammenarbeit erkennbar werden und vielleicht auch erste pfarreiübergreifende Projekte entstehen – aber alles in kleinen Schritten und immer unter der Frage der aktuellen Möglichkeiten und Sinnhaftigkeiten.

Einen besonderen Fokus werden die Schwerpunkte der Diakonie und der Jugend- und Familienpastoral erhalten, wo wir konkretere Schritte planen. Es gilt zu prüfen, was es im Bereich der Diakonie braucht, damit wir als Kirche vor Ort unsere Verantwortung gerade gegenüber den Schwächeren und Menschen in Not angemessen wahrnehmen können. Und als Grundlage für die Zukunft unserer Kirche und des Glaubens muss die Familienpastoral als solche gestärkt werden und besonderes Augenmerk erhalten. Die konkrete Ausgestaltung und Umsetzung wird dann Aufgabe des Pastoralteams sein.

Ein Blick in die Projektgeschichte
Hinter uns liegen arbeitsintensive und spannende Monate. Zusammen mit der Projektgruppe (Anne Zorell Gross und Roman Lopar – Romanshorn/Stephanie Schildknecht und Daniel Ambord – Amriswil/ Andrea Eberle – Arbon – Dr. Felix Helg/ Projektberater) und durch die Unterstützung
der Pfarreisekretariate entstand eine Situationsanalyse über den Ist-Zustand der Pfarreien. Sie enthält Informationen über die religiösen Gegebenheiten, wichtige Angaben zu den Pfarreien und ökonomischgesellschaftliche Angaben der politischen Gemeinden. Ergänzt wurden diese Angaben durch von mir geführte Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern der Pfarreien jeweils vor Ort. Auf dieser Grundlage erarbeiteten wir in der Projektgruppe das Pastoralkonzept, welches die inhaltlichen, pastoralen Schwerpunkte sowie damit verbundene Ziele setzt, die in den ersten Jahren im Pastoralraum angegangen werden. Einige Inhalte und Überlegungen habe ich ja bereits angedeutet. Dieses Pastoralkonzept legten wir allen im zukünftigen Pastoralraum tätigen Seelsorgerinnen und Seelsorgern sowie einer Begleitgruppe mit gemischten Vertreterinnen und Vertretern aller Pfarreien vor mit der Bitte um deren Einschätzung. Aufgrund dieser Rückmeldungen wurde das Pastoralkonzept überarbeitet. Grundsätzlich stiess das Konzept mit der langsamen Umsetzung und den dennoch gesetzten Zielen auf breite Zustimmung.

Das Organisationskonzept war schneller erstellt. Es beschreibt grösstenteils den Ist- Zustand der vorhandenen Zuständigkeiten und angestellten Personen. Die pastoralen Strukturen sind bistumsweit einheitlich und von daher überwiegend vorgegeben.

Die letzte Aufgabe liegt nun bei den Kirchenvorsteherschaften. Sie entwerfen den nötigen Zusammenarbeitsvertrag, der die zukünftige Finanzierung samt Finanzierungsschlüssel sowie die Zuständigkeiten auf Seite der Behörden im Pastoralraum regeln wird. Eine Kommission der beteiligten Kirchenvorsteherschaften arbeitet gerade an dessen Fertigstellung.

Dank, Bitte und Ausblick
Sie merken es vielleicht: Es ist viel gelaufen in diesen ca. 13 Monaten der Projektarbeiten. Ganz herzlich möchte ich mich bei all denen bedanken, welche diese Aufgabe zusammen mit mir angegangen sind und auf unterschiedliche Weise zum Gelingen dieses Projekts und damit auch des Pastoralraums beigetragen haben: bei den Mitgliedern der Projektgruppe für deren Arbeit, das konstruktive Mitdenken und die wichtige Unterstützung. Ebenso bei den Vertreterinnen
und Vertretern der Pfarreien, welche in den Interviews, der Begleitgruppe oder der Romanshorner Echogruppe wichtige Beiträge zum Vorwärtskommen und Konkretisieren geleistet haben; bei den Sekretariaten und Seelsorgenden in den Pfarreien für die vielfältige Unterstützung.

Mein besonderer Dank gilt den Mitgliedern der einzelnen Kirchenvorsteherschaften, welche durch ihr Wohlwollen, ihre Bereitschaft sich auf das Projekt einzulassen und ihre Unterstützung für unsere zukünftige Arbeit ganz wesentlich dazu beitragen, dass dieser kleine Same, welchen wir jetzt legen, in der Zukunft zu dem wird, was wir uns als Pfarreien und als Kirche erhoffen und was wir brauchen.

Schliesslich danke ich Ihnen, liebe Pfarreimitglieder. Denn am Ende liegt es an der Bereitschaft, dem Mut und auch dem Wohlwollen von jeder und jedem von uns, dass wir gemeinsam in eine gute Zukunft im Pastoralraum gehen und sich das Potential, das wir in den Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten unserer Pfarreien sehen, voll entfalten kann – zum Wohl unserer Pfarreien und vor allem für eine überzeugende Verkündigung der Frohen Botschaft.

Ein(en) Grund zum Feiern…
haben wir also sicherlich mit der Errichtung des Pastoralraums «Oberthurgau». Der Gottesdienst mit der Errichtungsfeier findet statt am Samstag, 25. September um 17.45 Uhr in der Kirche St. Martin, Arbon. Aufgrund der Coronamassnahmen wird dieser Gottesdienst mit Generalvikar Dr. Markus Thürig kleiner ausfallen, als er ursprünglich geplant war. Auch ist, trotz der aktuellen Lockerungen der Schutzmassnahmen, noch nicht ganz klar, mit wie vielen Gottesdienstteilnehmenden wir feiern können. Inwieweit über geladene Gäste hinaus die breite Öffentlichkeit wird teilnehmen können, werden wir zu gegebener Zeit bekannt geben. Unabhängig davon reservieren Sie sich bitte bereits heute den 26. Juni 2022. An diesem Datum holen wir das eigentlich für 2021 geplante Fest nach und feiern dann in Romanshorn ein grosses Pastoralraumfest mit Gottesdienst und Festprogramm. Schon jetzt freuen wir uns auf all diese
Begegnungen.

Machen wir uns auf den gemeinsamen Weg – Schritt für Schritt – und helfen wir mit, dass
etwas Gutes wachsen kann. Mit besten Grüssen


Tobias Zierof
Pastoralraum
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Bereitgestellt: 09.07.2021     Besuche: 15 Monat  
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