Pfingsten - befreiender Geist

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«Komm, Heiliger Geist, mit deiner Kraft, die uns verwandelt und Leben schafft. Erneure unser Herz, gib uns einen kräftigen Geist und erfülle unsere Welt mit deiner Gerechtigkeit.»
Matthias Rupper
Zu Pfingsten fällt vielen Christen bei uns nicht viel ein, möglicherweise bringen sie das Fest
noch mit dem Heiligen Geist in Verbindung. Was dieser Geist ist und bewirkt, das können sie dann nicht mehr erklären. So abwegig ist das nicht, denn der Geist von Pfingsten entzieht sich jeder Definition. Aber neu erfunden wurde damals das Fest nicht, bereits im Judentum des Alten Testamentes war Pfingsten eines der grossen Wallfahrtsfeste, die im Tempel in Jerusalem begangen wurden. «Fest der Ernte» wurde es genannt, weil nach fünfzig Tagen das Ende der Getreideernte gefeiert wurde. Im Buch Deuteronomium wird es so beschrieben:
«Du sollst sieben Wochen zählen. Danach sollst du dem Herrn, deinem Gott, das Wochenfest
feiern und dabei eine freiwillige Gabe darbringen, die du danach bemisst, wie der Herr, dein Gott, dich gesegnet hat.» Die Israeliten erinnerten sich daran, dass sie die Ernte nicht nur sich und ihrer Arbeit, sondern auch dem Segen Gottes zu verdanken hatten. Die Kirche Jesu Christi hat in ihren Anfängen an diese religiöse Tradition angeknüpft, so ist zu erklären, dass Pfingsten 50 Tage nach Ostern gefeiert wird. Aber das ist nicht einfach ein Zahlenspiel, vielmehr soll der Sinn dieses Festes deutlich gemacht werden: Nach Ostern, der Auferstehung Jesu, und Himmelfahrt, dem Weggang Jesu aus dieser Erde in das Reich Gottes, bringt Pfingsten den Endpunkt zum Ausdruck: die Vollendung, die Reife, die Lebensfülle ohne Ende. Die Ostkirche hat dafür einen sinnlichen Brauch gefunden: Der Boden in den Kirchen wird mit
Gräsern und Blumen bedeckt – Bild für den neuen Garten des Paradieses.
Pfingstbrauchtum
So wie das Volk Israel nach Jerusalem aufbrach, um Gott zu danken, so gibt es auch heute noch Bräuche und Traditionen, die hier ihre Wurzel haben, auch wenn dieser religiöse Ursprung nicht mehr sehr bewusst ist. Zur Pfingstzeit gibt es Umritte durch Wiesen und Felder; in den Alpenländern wurde früher am Pfingstsonntag das Vieh auf die Alp getrieben, angeführt von den geschmückten Pfingstochsen. Die Ausflüge in die Natur von vielen Menschen heute sind auch in dieser Tradition zu sehen.
Ein neuer Geist
Am Pfingsttag der Männer und Frauen der Urgemeinde in Jerusalem wurde aber nicht eine
Tradition weitergepflegt, sondern es geschah ein gewaltiger Umbruch: Die verängstigte Jüngerschar, versteckt in ihren Häusern, öffnete die Türen, trat heraus und verkündete das Evangelium Jesu – ein Aufbruch in die Freiheit, ein neues Bewusstsein von Leben, eine nicht zerstörbare Hoffnung auf Frieden und Gerechtigkeit. So sind viele Christen im Geiste Christi aufgetreten und standhaft geblieben: Franz von Assisi, Teresa von Avila, Katharina von Siena, Dietrich Bonhoeffer, Martin Luther King, um nur ein paar zu nennen. Das müsste auch uns beflügeln und ermutigen, denn uns ist nicht ein Geist der Knechtschaft, sondern ein Geist der Freiheit geschenkt: «Komm, Heiliger Geist, mit deiner Kraft, die uns verwandelt und Leben schafft. Erneure unser Herz, gib uns einen kräftigen Geist und erfülle unsere Welt mit deiner Gerechtigkeit.»
Matthias Rupper
Autor: Maria Rupflin     Bereitgestellt: 09.06.2019     Besuche: 20 Monat  
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