Ohne Juden und Jesus gäbe es kein Christentum

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Die süsse Beilage am Seniorennachmittag war verführerisch: Vermicelles; der Hauptgang faszinierte noch weit mehr: Jüdische Menschen unter uns, ihr Alltag und ihr Sabbat...
Hedy Züger
Diakon Matthias Rupper führte einen Film über das Judentum vor. „Juden sind – religiös gesehen – unsere älteren Geschwister“, sagte er zur Eröffnung. Trotzdem wurden die Juden von unseren Vorfahren verfolgt, verjagt, getötet. Auch heute ist Antisemitismus kein unbekanntes Fremdwort, Vorurteile und Halbwahrheiten inbegriffen.

Die Zuhörerschaft wurde mit den Begriffen Thora (heiliges Buch der Juden), Talmud (Ausführungen zur Thora), koscher (jüdische Speisevorschriften) sowie Bräuchen des Gebets- und Glaubenslebens bekanntgemacht. Alles Brauchtum ist uralt und bei orthodoxen Juden vor allem am Sabbat verbindlich, daheim und in der Synagoge. Traditionelle Juden halten sich an die Thora: „Ihr sollt keine Arbeit tun“. Kochen und Autofahren, Sport und Vergnügen sind tabu. Auch Schulaufgaben...

Es gibt im Judentum unterschiedliche Strömungen, liberale Juden leben anders.
„Lernen ist das Wichtigste“, sagte ein Schweizer Jude. In Zürich besteht eine eigene jüdische Schule, in St. Gallen lernen Kinder Hebräisch und die Thora, ihre Bibel, am schulfreien Nachmittag im Schulzimmer bei der Synagoge kennen.

Werden Frauen diskriminiert, da sie auf der Empore der Synagoge Platz nehmen müssen?
Wie wird das koschere Fleisch präpariert, das die Juden essen?
Müssten Christen auf das Auto, Fussball und Skifahren verzichten, falls sie den Sonntag nach jüdischer Art halten sollten?

Solche Fragen prasselten auf Matthias Rupper ein. Er zitierte auch einen jüdischen Gelehrten, der zu Papst Benedikt in Bezug auf Jesus sagte: „Seien sie gute Christen – und lassen sie uns gute Juden sein.“ Gibt es in Arbon Juden? Ja, aber wie bei den Christen wollen einige ohne religiöse Bindung sein oder wechseln diese. Gemeindeleiter Tobias Zierof verwies auf weitere Informationsquellen sowie auf den spannenden Film „Wolkenbruch“, der kürzlich die Kinos füllte.
Hedy Züger
Bereitgestellt: 07.11.2019     Besuche: 47 Monat  
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