Seit Jahren beschäftigt das Thema „Nähe und Distanz“ uns als Kirche und gesamthaft die Kirche.
Nicht erst seit der Veröffentlichung der Studie zum Missbrauch in der Kirche sind Weiterbildungen, Sensibilisierungsveranstaltungen und die Thematisierungen im Pfarreialltag im Bistum Basel ein verbindlicher Teil der Präventionsmassnahmen.
So kamen im Oktober im Martins-Saal in Arbon Mitarbeitende und Ehrenamtliche aus Pfarreien im Pastoralraum Oberthurgau zusammen, um ihr Wissen und ihre Sensibilisierung im Zusammenhang mit „Nähe und Distanz“ aufzufrischen. Frau Marie-Theres Beeler erinnerte an die Verantwortung, welche mit der Rolle kirchlicher Mitarbeitenden verbunden ist. Als solche befinden wir uns immer in Abhängigkeitsverhältnissen und Machtpositionen, derer wir uns bewusst sein müssen. An Fallbeispielen konnten wir ein Gespür entwickeln, wo Grenzüberschreitungen, -verletzungen oder gar missbräuchliches Verhalten vorliegt. Dabei ging es nicht nur um die Frage nach Sexualität, sondern auch um den Bereich von geistlichem Missbrauch, der oft noch schwieriger zu erkennen ist, jedoch oft ebenso Leid auslöst.
Immer wieder wurde zudem darauf verwiesen, dass wir vor allem die Opfer von Missbrauch und Grenzverletzungen nicht ausser Acht lassen dürfen, da sich die Augen meist zunächst auf die vermeintlichen Täter richten.
Prävention betrifft jedoch nicht nur uns offizielle Vertreterinnen und Vertreter der Kirchgemeinden, sondern liegt in unser aller Verantwortung. Wenn auch Sie mehr Informationen zu unserem Grundsatzpapier der Pfarrei oder gar selbst Opfer von Missbrauch geworden sind, können Sie sich auf unserer Homepage unter kath-arbon.ch/naehe-und-distanz informieren. Im zweiten Fall empfehlen wir den Kontakt mit einer der Opferberatungsstellen, da diese als unabhängige, nichtkirchliche Stellen am besten beraten und Schritte empfehlen können.
In Verantwortung einander begegnen – unterstützen wir uns gegenseitig, dass dies gelingt.
Beitrag erstellt: 05. November 2026