Kirchenmusik

Klänge aus vollen Registern

    Bedeutung der Kirchenmusik in unserer Pfarrei

    Die Kirchenmusik hat in unserer Pfarrei eine grosse Bedeutung. Seit jeher hat die Orgel ihren festen Platz in der Liturgie. Ob mit besinnlichen oder festlichen Tönen trägt sie zur besonderen Gestaltung der verschiedenen Gottesdienste bei und unterstützt bei Kirchengesang. Gleichzeitig bereichern die verschiedenen Chöre und Gruppen die Gottesdienste und das Pfarreileben im Gesamten. Egal ob alleine mit der Orgel, unterstützt durch die vielen Stimmen oder ergänzt von Instrumentalisten und Solisten – bei allem spürt man die Wertschätzung und die Freude an der Musik. Mit Dieter Hubov haben wir einen hochkarätigen Kirchenmusiker, welchem es nicht nur gelingt viele für die Kirchenmusik in all ihren Facetten zu begeistern. Gleichzeitig kommen wir durch ihn an den verschiedenen Konzerten in den Genuss internationaler Künstler. Doch auch die jüngeren Nachwuchstalente haben ihren festen Platz in den Chören und Musicals im musikalischen Leben der Pfarrei. 

    Unsere Orgeln


    Martins-Orgel

    Die Martins-Orgel wurde 1933 von der Firma Kuhn-Männedorf erbaut und im Jahr 2014 zuletzt revidiert. Sie ist eine romantisch geprägte Orgel mit einem farbenreichen, warmen Klangbild. Sie besitzt 45 klingende Register auf drei Manualen und Pedal. Weitere Informationen zur Geschichte und Disposition der Orgel finden Sie direkt anschliessend. 

    Geschichtlicher Überblick

    Die Orgel – Königin der Instrumente – ist seit vielen Jahrhunderten bekannt. So lässt Kaiser Ludwig «der Fromme» einem befreundeten Priester in der Kaiserpfalz Aachen im Jahre 826 eine Orgel anfertigen.

    Und die Orgel in der Sankt Martinskirche?

    Arboner Ratsprotokollen sowie Dokumenten von Dr. Johann Georg Züllig, Pfarrer von 1871 bis 1905, verdanken wir ihre nahezu lückenlose Geschichte. Züllig erwähnt laut Pfarreiarchiv die Renovierung des Chors und der Orgel im Chor 1744. Bemerkenswert: Musik bereichert den Gottesdienst schon in der spätgotischen Sankt Martinskirche vor dem Bau des heutigen Langhauses im Jahr 1787 und 1788. Und die Orgel befindet sich im Chor, den damals – durch ein Gitter vom Schiff getrennt – nur die Katholiken benützen. 1756 stiftet Pfarrer Fridolin Joseph Tschudi eine neue Chororgel, ein zehnregistriges Werk mit Pedal, welches der Orgelmacher Bichler in Konstanz um 500 Goldgulden verfertigt hat. Mit dem Kirchenbau wird auch der Ersatz der Orgel aktuell. Das neue Instrument auf der Empore kostet 1’700 Goldgulden. Die Leinwandhändler De Albertis und Fingerlin stiften die Hälfte davon.

    Aus dem Ratsprotokoll am 25. August 1800:
    Da die Orgel wegen grosser Hitz und Tröckne etwas mangelhaft geworden, hat man von seiten der Municipalität gut gefunden, den Orgelmacher von Ueberlingen hieher zu berufen um sie zu visitieren und den Fehler, eh er grösser wird, verbessern zu lassen. In Baufragen und Renovationen der paritätischen Kirche ist die Stadt federführend, denn hier finden auch die Gemeindeversammlungen statt. Zudem müssen die evangelischen und katholischen Kirchgemeinden zustimmen, ebenso die Kirchbürger der umliegenden Gemeinden der Grosspfarrei St.Martin sowie der Bischof von Konstanz als Besitzer der Stadt Arbon während mehr als 1000 Jahren. An behördlicher Bürokratie fehlt es auch früher nicht. Es folgen drei weitere aufwändige Reparaturen ehe man sich 1887 zum Kauf einer Occasionsorgel durchringt. Auch ihr schlägt bald die letzte Stunde.

    Nun wird sie verschwinden, so der «Oberthurgauer» am 30. Januar 1933, und in einigen Tagen wird ihre Nachfolgerin aus der Werkstatt der Orgelbau AG Kuhn, Männedorf, aufgestellt werden. Die neue Orgel ist ausgestattet mit 35 Registern, 8 Auszügen, 2 Transmissionen, mit 5 freien Kombinationen und allen modernen Spielhilfen. Der ganze Spieltisch und die Traktur sind elektrisch eingerichtet. Die katholische Kirchgemeinde darf sich freuen, in den Besitz einer so reich und praktisch ausgestatteten Orgel zu gelangen. Mit dem Festgottesdienst und Nachmittagskonzert am Ostermontag 1933, bekannten Gastorganisten und dem Kirchenchor mit damals 90 Sängerinnen und Sängern weihen die Gläubigen  mit ihrem Pfarrer Leonz Wiprächtiger die neue, unsere heutige Orgel ein.

    (Hans Geisser – aus: Kirche St. Martin Arbon - Festschrift zur Innenrenovation 2014)

    Disposition

    I. Manual Hauptwerk C–g’’’

    Quintade 16’
    Prästant 8’
    Flauto major 8’
    Gemshorn 8’
    Octave 4’
    Rohrflöte 4’
    Quinte 2⅔’
    Superoctave 2’
    Mixtur 4-6fach 1⅓’
    Trompete 8’

    II. Manual Positiv C–g’’’

    Gamba 16’
    Suavial 8’
    Liebl. Gedeckt 8’
    Principal 4’
    Spitzflöte 4’
    Sesquialtera 4 fach 2⅔’ + 13∕5’
    Waldflöte 2’
    Quinte 1⅓’
    Scharf 2fach ⅔’
    Schalmey 8’
    Tremolo

    III. Manual Schwellwerk C–g’’’

    Rohrflöte 16’
    Diapason 8’
    Nachthorn 8’
    Viola 8’
    Vox coelestis 8’
    Principal 4’
    Blockflöte 4’
    Nasat 2⅔’
    Octave 2’
    Querflöte 2’
    Terzflöte 13∕5’
    Mixtur 4-5fach 1’
    Dulcian 16’
    Trompete 8’
    Schalmey 4’
    Tremolo

    Pedal C–f’

    Principalbass akust. 32’
    Principalbass 16’
    Subbass 16’
    Echobass 16’
    Octavbass 8’
    Spillflöte 8’
    Quintbass 5⅓’
    Choralbass 4’
    Rohrflöte 2’
    Mixtur 4fach 2⅔’
    Posaune 16’
    Trompete 8’

    zusätzliche Spielhilfen

    • 6 Normalkoppeln, Super III-P
    • elektropneumatische Taschenladen und Registertraktur
    • vier programmierbare Registercrescendi
    • Setzeranlage mit 10x1000 Kombinationen
    • USB Schnittstelle

    Truhenorgel

    In der Galluskapelle in Arbon steht die 2012 neu erbaute Truhenorgel von der Firma Klopp. Das einmanualige Instrument besitzt 31/2 Register.

    Disposition:
    Gedackt 8", Flöte 4", Flöte 2" und Quinte 22/3.


    Otmars-Orgel

    Die einmanualige Orgel von der Orgelbaufirma Späth wurde 1970 erbaut. Der Klang ist ganz nach dem Barocken Vorbild geprägt und kommt in den Gottesdiensten und Konzerten zum erklingen. Die Orgel ist im Altarraum positioniert und bildet so eine besondere liturgische Einheit.

    Geschichtlicher Überblick

    Das Instrument wurde 1970 durch die mittlere Orgelbauer­generation Gebrüder Späth erbaut. Das Orgelwerk fügt sich mit dem schlichten offenen Prospekt sehr gut in die Archi­tektur der Kirche ein. Bereits zweimal hat unsere Firma das Instrument gereinigt und immer wieder notwendige Ver­besserungen vorgenommen. Die Siebzigerjahre waren eine Umbruchzeit im Orgelbau. Neben der grossen Zahl an Aufträgen, waren die Orgel­bauer auch mit vielen Neuerungen konfrontiert. Auch in dieser Orgel findet sich eine Neuerung. Die Orgel besitzt über den Schleifen keine Pfeifenstöcke! Die Pfeifen sitzen hier in entsprechenden Kunststoffkesseln, welche direkt über die Schleifen montiert wurden und einerseits die Schleifen führen (Schleifenbahn), andererseits bereits Dich­tungen integriert haben, welche zwischen Schleife und Pfeifenfuss abdichten. Interessant, wieso sich dieses System nicht mehr ver­breitet hat. Es bietet neben Vor-auch Nachteile, welche wohl den Ausschlag dafür gaben, dass es bei einem einmaligen Einsatz blieb.Interessanterweise finden sich in unserem Firmenarchiv nichts darüber.
    Nun, anlässlich der dritten Revision haben wir uns beson­ders der Verbesserung des umfassenden Gehäuses gewid­met. Immer wieder gab es Vibrationen, da die Gehäuse­platten teilweise nur mit Magnetklicks zusammengefügt waren. Es kam auch schon mal vor, dass Gehäuseplatten einfach herausgefallen sind! Der Grund für diese Konstruk­tion war die sehr schlechte Zugänglichkeit. Da die Kirche im Vorfeld renoviert wurde, war es nun möglich, das Instrument durch eine minimale Verschiebung zugänglicher zu machen, die losen Gehäuseelemente zu ergänzen und zu befestigen. Da wir das Instrument in der Werkstatt hatten, haben wir auch die Holzoberflächen auf­gearbeitet.Die ganze Beleuchtung wurde, dem Beleuch­tungskonzept der Kirche angepasst, erneuert. Nach der Montage der Orgel erfolgte die Überarbeitung der Intona­tion, die nun wieder fein auf die Raumakustik abgestimmt ist. 

    (Andreas Zwingli, Späth Oergalbau AG - in: Kirche St. Otmar Roggwil - Baugeschichte - Renovationsarbeiten 2018)

    Disposition

    I. Manual C–g’’’

    Gemshorn 8'
    Gedackt 8'
    Principal 4'
    Rohrflöte 4'
    Schwiegel 2'
    Mixtur

    Pedal

    Subbass 16'
    Koppel

    Konzerte und Angebote


    Arboner Orgelsommer

    Hochkarätige Organisten aus dem In- und Ausland sind einmal im Jahr zu Gast in Arbon. Seit 2002 ist so der Orgelsommer eine bekannte Grösse über den Bodenseeraum hinaus geworden und stösst auf grosses Interesse. Das musikalische Repertoire reicht hierbei von barocker bis zu zeitgenössischer Literatur. Ebenso finden Improvisationskonzerte und Orgelkonzerte mit zusätzlichen Instrumentalisten oder Sänger*innen statt. 

    Der nächste Orgelsommer findet statt am: 26.6. bis 10.7.2022, jeweils sonntags um 19.00 Uhr.


    weitere Orgelkonzerte

    Internationales Bodenseefestival
    Rund um den Bodensee finden einmal im Jahr an vielen Orten Konzerte sowie musikalische und kulturelle Darbietungen statt. Traditioneller Weise beteiligt sich unsere Pfarrei Arbon mit Orgelkonzerten in der Martinskirche an diesem Festival.

    Orgelkonzerte zu besonderen Anlässen
    Im November feiert die Kirche St. Martin ihr Patrozinium. Am entsprechenden Sonntagabend findet aus diesem Anlass immer ein Orgelkonzert statt.
    Ebenfalls erklingen in der Fastenzeit im Rahmen eines Orgelkonzerts dann etwas besinnlichere Töne in Vorbereitung auf das Osterfest.

    Geistliche Konzerte
    In grösseren Abständen finden geistliche Konzerte in unterschiedlicher Besetzung statt. Zur Aufführung gelangen Passionen, geistliche Motetten und Vespern. 


    Gesang und Musical

    Wort und Musik im Advent

    Jedes Jahr im Advent stimmt "Wort und Musik" in die Adventszeit ein. Spirituelle, poetische und nachdenkliche Texte treffen auf besinnliche Orgelmusik und helfen bei der Vorbereitung auf Weihnachten. 

    Cantate Domino

    Ebenfalls im Advent lädt der Kirchenchor St. Martin zum offenen Singen in die Martinskirche.

    Kindermusical

    Alle zwei Jahre studiert der Kinder- und Jugendchor St. Martin ein kurzweiliges Musical ein, das immer ein Highlight im Pfarreileben darstellt.

    Von unserem Kirchenmusiker


    Intermezzo

    Im Mai 2020 entstanden zwei Videos in der Reihe "Intermezzo – Orgel am Mittag" mit Dieter Hubov an der Orgel.


    über Dieter Hubov

    Dieter Hubov studierte Orgel (Konzert- und Solistendiplom), Klavier (Lehrdiplom) und Kirchenmusik A an den Hochschulen für Musik in Regensburg, Freiburg i. Br., Luzern und Zürich, u. a. bei Klemens Schnorr, Rudolf Lutz, Monika Henking, Rudolf Meyer und Rudolf Scheidegger. Chorleitung bei Roland Büchner und Alois Koch.

    Regelmässig ist er an internationalen Orgelzyklen und Festivals in verschiedenen Ländern zu Gast. Als Solist konzertierte er mit verschiedenen Orchestern (Capella Banatica, Staatliche Philharmonie Kronstadt, Bohemian Symphony Orchestra Prague, Südwestdeutsche Philharmonie Konstanz, Sinfonisches Orchester Arbon, Orchesterwerkstatt Appenzell, Orchester der Musikhochschule Zürich).

    Er ist Preisträger beim internationalen Orgelwettbewerb "Gaetano Callido" in Borca di Cadore/Belluno und beim "Kiwanis" Orgelwettbewerb in Zürich. 

    Seit 2001 wirkt er als hauptamtlicher Kirchenmusiker (Organist und Chorleiter) an der Kirche St. Martin in Arbon.  Neben seinen vielfältigen pädagogischen Tätigkeiten als Gastdozent, u. a. an der Internationalen Temeswarer Orgelwoche, Baden-Badener Korrespondenzen, Solothurner Kirchenmusikwoche, unterrichtet er seit 2002 Orgel und Klavier an der Musikschule Arbon.

    Zahlreiche CD-Einspielungen dokumentieren sein breites Konzertrepertoire.

    Zugehörige Artikel

    • 20jähriges Dienstjubiläum

      Ganz herzlich gratulieren wir Dieter Hubov zum 20jährigen Jubiläum als Kirchenmusiker bei uns in Arbon.
      • Pfarramt St. Martin
        Promenadenstr. 5
        9320 Arbon

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      • 071 446 31 03
      © Katholische Pfarrei St. Martin Arbon