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Versöhnungswoche

Versöhnungswoche
Das Thema von «Versöhnung» ist nicht nur in der aktuellen Zeit des Ukraine-Krieges wichtig.

Sich zu versöhnen, um Vergebung zu bitten – bei Gott und den Menschen –, Vergebungsbereitschaft zu üben und aus Fehlern zu lernen, ist Kern unseres Lebens – und Glaubens. Deshalb widmeten wir eine ganze Woche diesem wichtigen Thema. Wo sich in den vergangenen Jahren verschiedene Schulklassen und auch die Firmanden verteilt durchs Jahr auf ihre Versöhnungswege mit anschliessendem Beichtgespräch machten, fanden dieses Mal all diese Wege in einer Woche statt. Durch die Öffentlichkeit dieses Weges besuchten zusätzlich viele weitere Erwachsenen und Kinder die einzelnen Stationen. Sie liessen sich ansprechen, ins Nachdenken bringen, der vergebenden Liebe Gottes begegnen und konnten auch das Sakrament der Versöhnung empfangen.

Was uns besonders freute: allein am Mittwochnachmittag kamen über 40 Familien vorbei, nahmen sich Zeit für sich und für Gott und kamen im Anschluss mit uns und untereinander beim Kaffee ins Gespräch. Seit Jahren kommt P. Chrysostomos für die Beichte zu uns in die Pfarrei. Als Priester der ukrainisch-katholischen Kirche gab er uns am 22. März einen spannenden Einblick in das Verständnis von Schuld, Vergebung und Beichte in der orthodoxen Tradition. Dort wird vor allem der heilende und aufrichtende Charakter der Beichte betont. Es geht darum, sich immer wieder in das Licht Gottes zu stellen und ihm immer ähnlicher zu werden. Besonders eindrücklich ist die gemeinsame Ausrichtung des Priesters mit dem Beichtenden auf Gott, das wieder «Aufgerichtet werden» und die Vergebungsbitte, die damit endet, dass der Priester sich vor dem Gläubigen verbeugt und um seine Fürbitte bittet. Es war ein sehr tiefgehender, spiritueller Abend, der sicher wiederholt wird.

Am Donnerstag luden wir zunächst ein zur Versöhnungsfeier und anschliessend zur «Nacht der Barmherzigkeit». Zwei Stunden war die Kirche erfüllt von Liedern rund um das Vertrauen um die vergebende Liebe Gottes zu uns Menschen, von seiner Barmherzigkeit und seinem Einsatz vor uns. Sichtbar in der Monstranz konnte jede und jeder seine Gebete und Anliegen vor Gott bringen, in einer Klagemauer vieles vertrauensvoll ablegen, Kerzen als Zeichen der Hoffnung entzünden und ebenfalls das Sakrament der Versöhnung empfangen.

Im Weggottesdienst mit über 20 Kindern in der Kinderkirche vom Samstag zum Thema Versöhnung schlossen wir als Gemeinschaft die Woche der Versöhnung ab und genossen im Anschluss daran den Apéro im Martins-Saal mit guten Gesprächen. Wir danken allen herzlich, welche diese Woche mitgestaltet und möglich gemacht haben.

Tobias Zierof

Beitrag erstellt: 08. April 2022