Zum Hauptinhalt springen

Fastenzeit - neue Denkweise

21. Februar 2022
Fastenzeit - neue Denkweise
Fastenopfer – die meisten von uns kennen die Hilfsorganisation der katholischen Kirche in der Schweiz, die schon mehr als 50 Jahre besteht.

Vor Ostern haben wir früher die violetten Opfersäcklein zur Kirche gebracht. Mit unseren Spenden wurden Hilfsprojekte in Afrika, Südamerika und Asien unterstützt – Spital- und Schulbauten, Saatgut für Bauern, Ausbildungsprogramme für Frauen usw. In den letzten Jahren hat sich die Thematik verändert, auch durch die gesellschaftliche Entwicklung: Die Klimafrage ist der Welt schmerzlich bewusst geworden. Das ist nicht nur ein Thema für Wissenschaftler und Politiker, sondern auch für alle, die an Jesus Christus und seine Botschaft glauben, das will uns die Fastenaktion (die neue Bezeichnung für Fastenopfer) bewusst machen. «GFS – Gerechtigkeit, Friede und Bewahrung der Schöpfung» heisst das Leitwort, das etwas in Vergessenheit geraten ist. Die Kampagne in diesem Jahr nimmt den letzten Gedanken auf: «Klimagerechtigkeit – jetzt». Das tönt reichlich abstrakt, und was hat das mit der Nächstenliebe zu den Armen zu tun?

Neue Denkweise

Die katholische Nonne Ivone Gebara aus Brasilien hat im theologischen Impuls zur Fastenaktion 2022 den Zusammenhang erklärt: «Unsere Nächsten sind nicht nur die armen Bettler. Unser Nächstes ist auch das, was wir Natur nennen, unsere natürliche Lebensumwelt.» Es kann nicht mehr genügen, dass wir uns so rechtfertigen: «Ich habe keinen Regenwald zerstört» oder «Ich habe keinen Krieg verursacht.» Nach Ivone Gebara müssen wir uns als Glaubende die Frage stellen: «Was haben wir unserem Planeten angetan?» Und sie wird noch deutlicher, was die Konsequenzen anbetrifft: »Wir verschlingen die Erde, ohne es zu merken. Vielleicht können wir noch rechtzeitig eine neue Sintflut vermeiden, die grösser und zerstörerischer als die gegenwärtige Covid-19- Pandemie und viele andere sein kann!»

«Gerecht werden»

Es braucht unsere innere Bereitschaft, auf das Thema einzugehen. Die Fastenpredigten vom 14. bis 16. März können eine gute Hilfe sein und den Zusammenhang zwischen biblischer Botschaft und «Klimagerechtigkeit – jetzt» einsichtig machen; an einem Abend entwickelt die Predigerin Gaby Zimmermann aus der Lukas-Stelle «Wer ist mein Nächster?» (Lk 10,29) den Traum, die Idee und die Verheissung von einer klima-gerechteren Welt. Lassen Sie sich inspirieren, Sie sind herzlich eingeladen zu den Fastenpredigten, aber auch zu einer entsprechenden Lebensweise in der Fastenzeit.

Matthias Rupper