Anfang November hatten wir in zwei Gottesdiensten Besuch von P. Leopold Kropfreiter, einem österreichischer Ordenspriester, der seit 2008 als Missionar in Kasachstan lebt.
Eindrücklich erzählte er in der Predigt über den Alltag in einem abgelegenen Gebiet im Norden des Landes, wo er Pfarreien betreut, 100 km von der russischen Grenze entfernt. Weniger als ein Prozent der Bevölkerung sind Katholiken und sie sind über das ganze Land verstreut, was für die Kirche eine grosse Herausforderung darstellt, da die Seelsorger oft viele Stunden im Auto reisen müssen.
Eindrücklich erzählte er von unglaublichen -30 Grad im Winter und Schneefall von Oktober bis Mai. In oft grosser Armut leben die Menschen in schlecht heizbaren Häusern, ohne fliessend Wasser und ohne Toiletten. In der einzigen katholischen Schule, die seine Ordensbrüder aufgebaut haben, werden Kinder aus allen Schichten und Religionen unterrichtet. Klassische Bildung, die das eigenständige Denken und Debattieren fördert, sowie das Lernen der deutschen Sprache sind Schwerpunkte. Vielen Kindern konnte so schon eine Ausbildung an der Universität ermöglicht werden. Sie leben nicht in direkter «Lebensgefahr», aber sind unter ständiger, politischer Beobachtung.
Im Süden des Landes hingegen, so P. Kropfreiter, wäre es gefährlich, sich als Priester erkenntlich zu zeigen. Oft wird P. Leopold die Frage gestellt, warum er freiwillig solche Entbehrungen auf sich nimmt: Es ist die Liebe zu Christus und den Armen, so seine Antwort. Das haben wir bei dieser Begegnung gespürt, und alle sind nach der Begegnung etwas nachdenklich nach Hause gegangen.
Wir danken der Hilfsorganisation «Kirche in Not» für den Besuch und allen Gottesdienstbesuchern, die seine Arbeit grosszügig unterstützt haben.
Beitrag erstellt: 01. Dezember 2023