Das Geheimnis verkosten
so oder anders hörte ich es von mehreren Pfarreimitgliedern. Vielleicht ist es Ihnen auch so gegangen, dass die Feier der Kar- und Ostertage Sie in diesem Jahr neu oder ganz anders berührt hat. Begonnen haben wir mit dem Palmsonntag. Wegen der Baustelle im Schlosshof mussten wir direkt vor der Kirche beginnen, weswegen die Prozession in diesem Jahr etwas kürzer ausfiel. Die Passionsgeschichte war wie immer eine Zumutung, denn die Geschichte geht einem nahe, wenn man sich darauf einlässt.
Am Montag genossen 30 Pfarreimitglieder den Vortrag von Diakon Robert Schätzle über die Feier des Triduums. Dank seines unterhaltsamen Vortragstils war der Abend kurzweilig, intensiv und sehr interessant. Er machte aufmerksam auf die Besonderheiten dieser Tage und lud ein, keinen der Gottesdienste in der heiligen Woche auszulassen, da sie eine Einheit bilden, die aufeinander aufbaut. Dass dieser Einladung etliche gefolgt sind, konnte man schon am Hohen Donnerstag spüren. Schon lange nahmen nicht mehr so viele Gläubige an diesem Gottesdienst teil. Die Jugendlichen aus dem Jugendchor unterstützten mit ihrem klaren und schönen Gesang diese Feier.
Am Karfreitag trafen sich Familien und Menschen jeden Alters zum Kreuzweg rund um die Kirche und am Nachmittag zur Todesstunde Jesu zur Liturgie. Diese Feier mit den Elementen der Passionsgeschichte, den langen und grossen Fürbitten und der Kreuzverehrung berührte mit ihrer Klarheit und Trauer.
In der Osternacht versammelten wir uns wieder vor der Kirche und feierten zusammen mit dem Generalvikar unseres Bistums Markus Thürig den grössten und längsten Gottesdienst des Jahres. Jedes Jahr vermischen sich die Stimmen derer, die gar nicht gemerkt haben, wie die Zeit vergeht, mit denen, denen die Liturgie viel zu lang ist. Die Liturgie der Auferstehung macht einen langen und grossen Bogen durch die ganze Heilsgeschichte Gottes mit uns Menschen, das Feuer, die Kerze, das grosse Osterlob, die Lesungen und Tauferinnerung, die Feier der Eucharistie wollen uns teilhaben lassen an dem grossen Geheimnis. Das braucht eben Zeit…
Im Anschluss feierten wir im Martins-Saal weiter, genossen die gesegneten Eier, den kalten Wein und die Gemeinschaft. Wunderbar war auch der Ostermorgen mit der Orchestermesse Missa in honorem Sancti Dominici von Johann Michael Haydn. Musikalisch und festlich für hoffentlich alle ein Genuss.
Wir danken allen die mitgeholfen haben, dass wir so wunderbar Ostern feiern konnten, jeden kleinen und grossen Handgriff, allen die freiwillig etwas beigetragen haben. Ostern ist so wichtig – für uns als Christinnen und Christen und als Gemeinschaft vor Ort. Ostern verändert etwas – der Himmel steht offen. Das soll uns froh machen und diese Freude sollen wir weitergeben. Übrigens können Sie gerne noch bis Pfingsten «frohe Ostern» wünschen, denn so lange dauert die Osterzeit noch! In diesem Sinne: «Christus ist auferstanden»
