«Hilfe zur Selbsthilfe»
Bruder Andreas Kohler von der Abtei St. Otmarsberg in Uznach machte gleich am Anfang klar, mit welcher Haltung er sich für die Menschen in Tansania engagiert: «Hilfe zur Selbsthilfe». Das zeigte sich an vielen Beispielen: Die Einheimischen sind beteiligt, bauen mit – als Maurer, als Plättler, als Gipser, als Elektriker, als Schreiner; aber nicht nur die Männer, die Frauen beim Schneidern und Nähen, in der Bäckerei beim Teigkneten und in der Küche.
Anleiten und Ausbilden
Aber es braucht schon Fachleute, die ihr Fachwissen weitergeben können, so wie Bruder Andreas: Wenn man dann die fertige Bäckerei sieht – die fertigen Backsteinhäuser, die blitzblanke Bäckerei, die gut eingerichtete Küche – dann hat man den Eindruck: So schlecht geht es diesen Menschen gar nicht! Doch viele für uns selbstverständliche Gegebenheiten sind in Tansania noch nicht Realität: ein Lohn, der ausreicht für eine Familie, das Schulgeld, das vom Staat bezahlt und nicht gefordert wird, die sanitären Einrichtungen und besonders die medizinische Versorgung. Dann das Transportwesen mit miserablen Strassen und damit viel zu langen Fahrzeiten, und wenn etwas passiert, heisst es lapidar: «Pech gha».
Die Früchte der Arbeit
Es war erfreulich, die Produkte im Bäckerladen zu sehen: Birnbrot, Linzertorte, verschiedene Glacesorten, Zöpfe und viele Brotarten, auch Weihnachtsguetzli, die das ganze Jahr verkauft werden – und die Bevölkerung kauft das, was für sie erschwinglich ist. Für uns war das einsichtig: Das ist gute Entwicklungsarbeit, auf einem christlichen Fundament, aber ohne Bevormundung. Bruder Andreas hat sich mittlerweile ein grosses Netz von unterstützenden Leuten in der Schweiz und darüber hinaus aufgebaut, denn die Bäckereimaschinen und die Kücheneinrichtungen muss er hier in der Schweiz auftreiben und bezahlen, ebenso den nicht billigen Transport. Trotzdem ist er auch in seinem Pensionsalter zuversichtlich, dass er auch in den kommenden Jahren seine «Mission» weiterführen kann. Erfreulich war der Besuch, über 40 Teilnehmende hörten Bruder Andreas gespannt zu, so dass er danach auch alle seine Bücher verkaufen konnte. Und wie immer ging der Nachmittag mit Kaffee und Süssigkeit zu Ende; dem Leitungsteam mit Mägi Federer, Annemarie Lehner, Helen Hasler und Renata Haas sei für die originelle Dekoration und den perfekten Service bei allen Veranstaltungen herzlich gedankt!
