Mozarts Krönungsmesse in Disentis-Mustér
Werner Beer fragte nicht lange, er bot für den letzten Seniorennachmittag dieses Winterhalbjahres einen Film über das Patrozinium im Kloster Disentis-Mustér an. Der Einladung folgten auch zwei Steinacherinnen sowie ein Mitglied der Evangelischen Kirche Arbon. «Meine Ehe ist von Pater Sigisbert aus dem Kloster in der Surselva zusammen gegeben worden», sagte dieses. Gerne wolle sie die barocke Kirche wieder einmal sehen. Wo liegt Disentis? Die Frage sei nicht so selten, sagte Werner Beer. Man fahre von Chur westwärts via Ilanz hinauf zum Klosterdorf, an der Verzweigung von Lukmanierpass und Oberalppass gelegen, gab der Informant an, dessen Vorfahren in Sedrun lebten und Sursilvan als Sprache nutzten.
Benediktinisch und barock
Das Kloster Disentis-Mustér – der Name weist auf die beiden Sprachen Deutsch Romanisch hin – ist vor über 1400 Jahren gegründet worden. Die letzte Zerstörung von Klosteranlage und Dorf geht auf den Einmarsch der Franzosen um 1799 zurück. Der Wiederaufbau erfolgte in der Barock zeit. Doch jede der grossen Schweizer Kloster anlagen zeigt andere barocke Merkmale, die Klosterkirche Mustér ist weniger farbig als St. Gallen, die gross blättrige goldene Einrahmung der gemalten Bilder fällt dort auf. Das Patrozinium der Gründer Sigisbert und Placidus in Mustér wurde 2011 mit Mozarts Krönungsmesse gefeiert. Werner Beer fiel beim Filmen dank seinem guten Standort kaum auf. Der Feier stand der Abt von Mariastein Peter von Sury vor, der Altabt von Disentis Daniel Schönbächler assistierte ihm; inzwischen ist Vigeli Monn Abt in Mustér.
Immer noch Maturitätsschule
Die Mönche seien nicht mehr in gleicher Zahl im Kloster, und im Gymnasium sehe man auch Lehrer ohne Klostergewand, erklärte Beer. Dem Anlass am Patrozinium gab aber der Studentenchor einen gefreuten Rahmen, auch folgten die jungen Leute der Prozession. Statuen und liturgische Gegenstände wurden vorangetragen. Grosse Frauengruppen machten in diversen Bündner Trachten mit. Grösse und guter Ruf gaben sodann den Blick auf Nationalrat Martin Candinas frei, von dem erwartet wird, dass er bald einmal Bünden im Bundesrat vertritt. Ob zusammen mit einem Mitte-Vertreter aus dem thurgauischen Regierungsrat und aus Arbon …?
Diakon Matthias Rupper anerkannte die f ilmische Leistung von Werner Beer. Er liess es gerne zu, dass der gemütliche Ausklang mit Produkten der Bäckerzunft aufgewertet wurde. Und diesen geschätzten Dienst leistete wieder ein eingespieltes, stets liebenswürdiges Frauenteam.
