Angesichts der immensen Vorhersagen in den sozialen Medien erwies sich dieses Sprichwort als wahr. Im Evangelium begegnen wir Jesus, der die Aussage macht: «Der Wind weht, wo er will.» (Joh 3,8) Der Heilige Geist wirkt auf eine Weise, die für die Propaganda und das Kalkül der Medien unvorhersehbar ist. Ganz besonders wollen wir in dieser Zeit vor Pfingsten um die Kraft und die Gaben desHeiligen Geistes für den neuen Papst Leo XIV beten. In der Osterzeit lesen wir oft in den Schriftlesungen die Aussage von Petrus und der Apostel: Der Heilige Geist und wir selbst sind die Zeugen für den auferstandenen Herrn. Es war das Kommen des Heiligen Geistes, des versprochenen Trösters und Helfers, der die Apostel erleuchtet, befähigt und gestärkt hat zu einem mutigen Zeugnis.
Für die Apostel und die ersten Nachfolger Jesu Christi war Pfingsten dieses Erlebnis der Stärkung. Aber es war kein plötzliches Geschehen. Das Bild der mit der Mutter Maria im Gebet vereinten Kirche ist nicht nur für das erste Pfingsten gedacht, sondern ist ein Typus der Kirche, der Gemeinschaft der Gläubigen. Wenn die Kirche also 50 Tage lang die Osterzeit feiert, bedeutet das, dass wir aufgerufen sind, diesen Prototyp der Kirche zu verwirklichen, die auf das Kommen des Heiligen Geistes wartet, nicht isoliert in einzelnen spirituellen Praktiken, sondern in Einheit mit der Kirche, vereint mit der Mutter Maria, der Mutter der Kirche.
Die Haltung des gemeinschaftlichen Gebets ist nicht die der menschlichen Beratung und Lösung der Krisen, in denen die Kirche sich befindet, sondern ein einfaches und offenes Miteinander im Gebet, wie es in der Haltung der Mutter Maria zum Ausdruck kommt. Denn sie hat die historische Tatsache akzeptiert, dass der Heilige Geist auf eine Weise wirkt, die oft nicht durch menschliche Überlegungen und Pläne erwartet oder vorab beschlossen wird. Daher ist diese Zeit der Vorbereitung auf Pfingsten eine Zeit eines solchen Wartens, vereint im Gebet und offen in der Haltung.
Ich wünsche jedem Einzelnen von uns und der gesamten Kirche eine so offene Einstellung für das Wirken des Heiligen Geistes.