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Ein Blick auf Dornbusch

18. März 2022
Ein Blick auf Dornbusch
über diese Ermahnung wurden wir uns am Aschermittwoch nochmals bewusst. Krieg, Machtkampf und gewaltige Auseinandersetzungen zeigen uns, wie schnell auch die moderne Welt dement geworden ist für solche Ermahnungen.

In der Fastenzeit lädt uns die Kirche ein, uns auf einen Weg zu machen – einen Weg mit Jesus, einen Weg nach Jerusalem. Wir gehen Schritt für Schritt auf Ostern zu. Auf seinem Weg nach Jerusalem sollte Jesus in der Wüste auch eine Quarantäne machen. Fastenzeit ist eine Wüstenzeit – bewusster als sonst über unseren Glauben und unser Leben nachzudenken, zu beten, zu verzichten und zu fasten. Die Schriftlesungen rufen uns dazu auf. Das Gleichnis vom unfruchtbaren Feigenbaum (Lk 13,6-9) und das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15) sind aus verschiedenen Perspektiven zu sehen: als Gleichnis vom wartenden und geduldigen Landherrn und von einem erwartenden und barmherzigen Vater. In diesem Sinne ist die Fastenzeit eine Wartezeit, in der der liebende Gott von uns die Bereitschaft zur Fruchtbarkeit und eine Umkehr zum liebenden Vater erwartet.

Wir sollen uns bekehren, lautet die Mahnung des Evangeliums (Lk 13,5). Dieser wartende und liebende Vater offenbart sich zu Mose: «Ich bin der, «ich-bin-da» (Ex 3,14). Diese Verheissung gilt auch heute. Diese Offenbarung damals war bei einem Dornbusch: «Da brannte der Dornbusch und verbrannte doch nicht.» Vieles ist vielleicht auch heute in der Welt und scheint auch in unserem Leben so ein Zeichen zu sein: vieles ist zerstört, doch nicht kaputt. Die Einladung für uns heute ist die gleiche wie damals bei Mose: «Denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.» (Ex 3,5). Es ist eine Herausforderung «Ja» zu sagen zu dem Ort, zu der Situation, zu der Herausforderung in unserer Gegenwart. Lebe und handle hier und heute, «denn der Ort, wo du stehst, ist heiliger Boden.» Alle, die diesen Aufruf wahrnehmen und so handeln, sind schon auf dem Weg nach Jerusalem mit Jesus. 

Joseph Devasia