Mit Jesus am Strand
Nein, ich möchte Sie ein bisschen teilhaben lassen an meiner diesjährigen Urlaubslektüre. Diesmal hat es kein seichter Liebesroman oder spannender Kriminalfall in mein Gepäck geschafft, sondern Bücher über das Gebet. Das eine oder andere Zitat, das ich mir angestrichen habe, möchte ich gerne mit Ihnen teilen.
Ein Christ ist ein Beter
«Ein praktizierender Christ ist einer, der ein Leben lang, Tag für Tag und mehrmals am Tag betet, ebenso wie die lebensnotwendigen Funktionen: Essen, Atmen, Schlafen. Nur durch das regelmässige Tun erlangt es Selbstverständlichkeit.» (G. Bunge). Ist für uns das Beten so selbstverständlich wie das Essen oder Atmen? Gehört es in unseren Tagesablauf dazu? Nehme ich mir ganz bewusst Frei-Zeit, um zu beten? Halte ich dem Gebet die Treue, wenn es mal nicht einfach ist, langweilig oder emotionslos? Das «Übung den Meister macht» gehört auch zum Gebet.
Wenn du betest, geh in deine Kammer
Dieser Satz Jesu fordert uns schon immer auf, die Einsamkeit zu suchen, um zu beten. Auch Christus hat sich zum Gebet zurückgezogen. «Gebet ist in seinem tiefsten Wesen nach Zwiesprache des Beters mit Gott, bei der die Gegenwart anderer unter Umständen zerstreuend sein kann» (G. Bunge). Das gemeinsame Gebet, die Feier des Gottesdienstes, das Gebet als Familie sind unterschiedliche Formen, um miteinander Gott zu feiern und zu beten. Das persönliche Gebet, die Zeit, die man alleine mit Gott verbringt, ist aber notwendig und wertvoll. Denn dort passiert das, was wir bei jedem Segen erbitten: «Herr, lasse dein Angesicht über uns leuchten». In dieser Begegnung liegt doch das Heil, das wir ersehnen.
Kein Gebet ohne den Körper
«Die innere geistige Haltung im Gebet fordert sinnvollerweise einen ihr gemässen Ausdruck in der Haltung des Beters. Wenn wir uns im Geist dem Herrn zuwenden, muss das auch der Leib tun.» (G. Bunge). Passiert Beten nicht oft nur im Kopf? Welche Gebetshaltungen nutzen Sie? Mit dem Körper zu beten ist keine Erfindung von fernöstlichen Traditionen wie dem Yoga. Auch im Christentum ist der Leib und die Seele eine Einheit – auch im Gebet. Der Körper, die Haltungen, die Frage, ob ich beim Beten sitze, stehe, kniee oder im Bett liege, hat einen Einfluss auf mein Beten und die Konzentration, die ich aufbringen kann. Der biblische Beter «steht im Hause des Herrn», wir machen es uns gerne bequem zum Beten, und sitzen. Im Gebet begegnen wir unserem Schöpfer von Angesicht zu Angesicht. Wie verhalte ich mich diesem Gegenüber? Sich wirklich bewusst zu machen, dass man im Gebet Gott begegnet und nicht nur eine Pflicht erfüllt, macht einen grossen Unterschied.
Herr, höre mein Gebet
Ob ich das Gebet (Texte/Psalmen/geschriebene Gebete) laut oder leise bete, macht einen Unterschied. Das laute Beten ist das beste Mittel gegen die Zerstreuung des Geistes. Versuchen Sie es einmal aus! Im Gebet geht es ja nicht darum eine gewisse Anzahl von Gebeten herunterzulesen und als erledigt abzuhaken, sondern darum die «gesprochenen Worte zu vertiefen und mit Aufmerksamkeit, Ehrfurcht und Liebe, Gott gegenüberzustehen». «Gott dürstet nach unseren Herzen, nicht nach unseren Worten» Und es kommt wirklich auf unsere Aufmerksamkeit an: «Wenn die Worte des Gebets nicht bis zu unseren Herzen gelangen, erreichen sie auch Gott nicht.» (H. Alfejev) Vielleicht haben Sie Lust sich auch im Thema Gebet zu vertiefen, sei es in den Ferien am Strand oder zu Hause, dann empfehle ich Ihnen folgende Bücher: Vom Gebet, Hilarion Alfejev, Vier-Türme-Verlag Münsterschwarzach; Unterweisungen im Herzensgebet, Emmanuel Jungclaussen, eos-Verlag; Irdene Gefässe, Gabriel Bunge, Beuroner Kunstverlag.
Viel Spass beim Lesen und Studieren!
