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Bodyguard des Papstes

Bodyguard des Papstes
Am 24.4.2024 fand der letzte Anlass im Rahmen von «Begegnen&Erleben» in diesem Schuljahr statt. Unter dem Thema "Bodyguard des Papstes" durften wir einen Einblick in die Schweizer Garde durch Elias Künzler und Markus Erni erhalten.

Streng der Dienst – einmalig die Erinnerungen

Der Papst ist das Oberhaupt der wohl immer noch grössten religiösen Gemeinschaft auf der Welt, der Katholiken, aber gleichzeitig auch Staatsoberhaupt im Vatikan. In beiden Funktionen wird er von der Schweizergarde bewacht, begleitet und gesichert. Sollbestand: 130 Mann.

Elias Künzler leistete 2021-2023 Dienst in der Garde (unter Papst Franziskus) . Vor rund 20 Jahren kehrte Markus Erni (Papst Joh. Paul II.) in die Schweiz zurück. Etwas länger ist die Gardezeit von Roger Marty her. Urs Breitenmoser wurde sogar nach 25 Jahren im Dienst pensioniert, dem verheirateten Offizier und seiner Familie stand im Vatikan eine Wohnung zur Verfügung.

Künzler und Erni erzählten im Pfarrreisaal von ihren Eindrücken und Erlebnissen, erklärten Aufgabe, Verantwortung und Herausforderung. Der Dienst hat schöne und harte Seiten. Als Moderator stand Pfarreileiter Tobias Zierof dem Anlass vor. Die Zuhörer aus der Pfarrei waren bald überzeugt, dass die Zeit (mindestens zwei Jahre) in der Schweizergarde den Lebensweg der jungen Männer vielseitig bereichert.

Das Geschenk vom Papst


Elias Künzler war nachts relativ oft dort postiert, wo Papst Franziskus wohnt. Am Morgen habe ihn dieser dann begrüsst und ihm gleich noch die Zeitung vom Vortag zugesteckt. Als der Gardist aus Arbon erzählte, Weihnachten verbringe er daheim, schenkte ihm der Papst für Eltern, Oma und Geschwister je einen Rosenkranz.

Eine besondere Erinnerung wusste auch Markus Erni beizutragen. Allein hielt er in der Nacht vor der Beerdgung die Totenwache beim aufgebahrten polnischen Papst Joh. Paul II. , dies in der Sixtinischen Kapelle.

Kaserne und Unterkünfte sind veraltet und weichen in den nächsten Jahren einem Neubau. Die hohe Bausumme ist bereits im Trockenen. 2025 wird ein Heiliges Jahr gefeiert, Baubeginn ist nachher.

147 getötete Gardisten

Die Geschichte der Schweizergarde in Rom ist lang. Gegründet vor über 500 Jahren, folgte die Garde schon bald ihrem Eid und musste bei der Plünderung Roms durch fremde Heere das Leben lassen. Den Papst konnte sie in der Engelburg in Sicherheit bringen. Am 6. Mai wird an diese Schreckenszeit gedacht, dann findet die Vereidigung statt Auch dieses Jahr schwören 35 neue Gardisten, den Papst oder seinen Stellvertreter mit dem eigenen Leben zu schützen. Die Eidgenossenschaft wird bei diesem bedeutenden Anlass in Rom durch Bundespräsidentin Viola Amherd vertreten.

Im Martinssaal stand an diesem Nachmittag eine als Schweizergardist gekleidete Puppe, die Hellebarde im Arm. Für genau festgelegte Anlässe stehen in einigen Kantonen Gardeuniformen zur Verfügung. Die ehemaligen Gardisten dürfen ihre Uniform nicht behalten. So wird erreicht, dass das wertvolle Stück immer mit Respekt und Sorgfalt behandelt wird und bei bedeutungsvollen Ereignissen einwandfrei zur Verfügung steht. Die mittelalterliche Tracht stammt aus verschiedenen Epochen, die Farben gehen auf die Florentiner Famiglia dei Medici zurück.

Und nichts ist schöner - wenn in Rom - als am Vatikaneingang vorbei zu flanieren, „unseren“ Schweizergardisten zuzusehen, „grüezi“ zu sagen und stolz auf sie zu sein.

Impressionen:

  

  So funktioniert der richtige Gruss mit der Hellebarde. 

 Und auch die Wachablösung will geübt sein.

Hedy Züger

Beitrag erstellt: 26. April 2024