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Seniorenausflug am 7. September

Seniorenausflug am 7. September
in das Benediktinerkloster im Bündner Oberland

Disentis kannten viele, das Benediktinerkloster im Bündner Oberland, aber die «kleine Schwester», das Dominikanerinnenkloster in Ilanz, davon hatten die rund 70 Seniorinnen und Senioren der Pfarrei Arbon noch nie etwas gehört. So war der Seniorenausflug von Anfang an eine Entdeckung von unbekanntem Gebiet. Schwester Madlen Büttler nahm uns in Empfang und erklärte uns in der modernen und zugleich meditativen Klosterkirche den imposanten Kirchenraum, der in manchen Elementen an Le Corbusier erinnert, dazu die Fensterbilder des Zürcher Künstlers Max Rüedi, welche die Heilsgeschichte des Menschen anhand von biblischen Stationen vom Paradies bis zur Vollendung im Gottesreich aufnehmen. Anschliessend kam Schwester Madlen auf die Geschichte und die Aufgaben der Klostergemeinschaft zu sprechen: Spiritualität, Bildung und Krankenpflege.

Geschichte und Entwicklung des Klosters
1865 wurde das Kloster gegründet, 1895 schloss es sich dem Dominikanerorden an. Die Blütezeit erlebte das Kloster um 1930, 400 Frauen waren im In- und Ausland in den verschiedenen Aufgaben im Einsatz. Diese Zeiten sind längst Geschichte, denn die Zahl der noch aktiven Schwestern ist sehr geschrumpft: Von den 78 Schwestern im Kloster sind 60 über 80 Jahre alt. Um die Pflege und den Betrieb aufrecht erhalten zu können, braucht es 79 Mitarbeitende, nur noch wenige davon sind Schwestern. Geführt wird die Kongregation von einer Generalpriorin, die vom Generalkapitel gewählt wird. In der gegenwärtigen Situation hat das Kloster beschlossen, keine Neuaufnahmen zu machen, denn junge Schwestern brauchen eine Gemeinschaft von gleichaltrigen, sonst endet ihr Aufenthalt bald in einer grossen Enttäuschung. An anderen Orten auf der Welt ist die Situation hoffnungsvoller: In Taiwan versucht eine kleine Gemeinschaft unter schwierigen Bedingungen, die christliche Botschaft im Alltag zu leben und zu verbreiten. In Brasilien nehmen sich seit 1952 die heute meist einheimischen Schwestern der Not der brasilianischen Bevölkerung an.

Aufgaben früher und heute
Die Ilanzer Klostergemeinschaft trauert den vergangenen «guten Zeiten» nicht nach, sondern hat sich auf die veränderte Situation eingestellt. Der Klosteralltag mit Gebet und Meditation wird weitergeführt, dazu gehört auch die Pflege der alten Schwestern. Neu sind Angebote, die in unserer nicht mehr kirchlich geprägten Gesellschaft gefragt sind: Neben zeitgemäss gestalteten Gottesdiensten können Frauen «Kloster auf Zeit» erleben und einige Tage am klösterlichen Alltag teilnehmen. Für Männer und Frauen bietet das Kloster ein Time-out an, um sich aus dem Alltag zurückzuziehen und zu sich selber zu finden. Die geistliche Begleitung hilft Interessierten, das eigene Leben anzuschauen und neu auszurichten. Weiter sind meditative Wanderwochen, Exerzitien, meditative Tanzkurse und Konzerte im Angebot des Klosters. Wir waren alle beeindruckt von der pragmatischen und doch beseelten Art, wie Schwester Madlen und Schwester Ida uns den Sinn und die Hoffnungen ihrer klösterlichen Gemeinschaft unter ganz anderen Bedingungen nahebringen konnten.

Nach unserer Meditation in der Klosterkirche war es Zeit für das feine Mittagessen. Mit einem Rundgang zum Friedhof, zur Muttergottes-Grotte und zum Innenhof beendeten wir den Besuch im Kloster. Auf dem Heimweg war der obligate Zvierihalt geplant, diesmal in Montlingen. Unsere Chauffeusen Sonja Käfer und Manuela Hochueli führten uns wie gewohnt sicher durch den Tag. Ihnen und dem Betreuungsteam Mägi Federer, Gitte Hollenstein, Annemarie Lehner, Renata Haas und Rita Wirz danken alle Teilnehmenden für die tadellose Organisation. Alle waren wir uns am Abend einig: Es war ein interessanter und sinnreicher Ausflug 2022!

Matthias Rupper

Beitrag erstellt: 23. September 2022