Sternsinger
Mit insgesamt 16 Kindern, begleitet von engagierten Eltern, haben wir zahlreiche Haushalte in Arbon besucht. Trotz winterlichem Schnee und strahlendem Sonnenschein war die Stimmung von grosser Freude, Leichtigkeit und Begeisterung geprägt. Besonders schön war der spontane Besuch eines Sternsingerkindes aus Mannheim, der uns tatkräftig unterstützt hat – ein starkes Zeichen für internationale Gemeinschaft und lebendigen Austausch, der diese Aktion so besonders macht.
Am Dienstag folgte dann ein ganz neues Kapitel der Sternsingeraktion: Wir zogen als «Sterne(n)singer» – als Erwachsene – in die Lokale in Arbon und Umgebung. Und was soll man sagen: Diese Aktion ist sensationell gut angekommen. Unser Ziel war es, Licht und Hoffnung zu bringen – besonders zu Menschen, die alleine sind, keine Angehörigen mehr haben oder in den Lokalen Schutz, Wärme und Gemeinschaft finden. Mit Liedern, Segen und offenen Herzen entstanden echte Begegnungen, tiefe Emotionen und viele bewegende Gespräche. Erinnerungen wurden wachgerufen, Geschichten geteilt, manchmal gelacht, manchmal geschwiegen. Einige Gäste wurden allein durch unser draussen stehendes Weihrauchfass neugierig, traten ein – und blieben. Genau dort, wo man es nicht geplant hatte, geschah Begegnung. Diese erstmalige Aktion zeigt eindrücklich, wie die Sternsinger-Tradition auf neue, mutige und zeitgemässe Weise gelebt werden kann.
Am Dreikönigstag, dem Höhepunkt der Sternsingeraktion, wurde die Botschaft von Hoffnung und Nächstenliebe besonders spürbar. Gemeinsam unterstützten wir das Projekt «Schule statt Fabrik» und machten deutlich, wie wertvoll Begegnung und Austausch zwischen Jung und Alt sind. Jede Tür, jedes Gespräch hatte symbolischen Charakter und zeigte: Sternsinger bringen nicht nur Segen – sie bauen Brücken. Zwischen Generationen, zwischen Lebenswelten, zwischen Menschen und Kulturen.
Am Mittwoch, dem 7. Januar, passten wir die Route gezielt an die Altersheime an. Zwei Gruppen waren unterwegs, und überall begegnete uns grosse Freude und tiefe Dankbarkeit. Es ist berührend zu erleben, wie Lieder, Segensworte und ein kurzer Besuch so viel Licht in den Alltag bringen können. Ein herzliches «Vergelts Gott» gilt allen, die diese Aktion möglich gemacht haben – besonders den Eltern sowie den Kindern und Jugendlichen, die mit so viel Herz, Ausdauer und Begeisterung dabei waren. Es war mir eine grosse Ehre, sie auf diesem Weg begleiten zu dürfen. Es werden diese Begegnungen, diese Momente und diese Erfahrungen tief in mir verankert bleiben.
Wer mehr über die Sternsingeraktion erfahren möchte, findet einen aktuellen Beitrag im Podcast «Laut und Leise» auf kath.ch: Sternsingen heute – eine alte Tradition mit Chancen und Herausforderungen. Die von mir entworfenen Sternsinger-Shirts und Taschen sind auf missio.ch erhältlich. Sie werden fair produziert, in der Schweiz gestaltet und am Bodensee veredelt. Nach vielen Nachfragen freut es mich besonders, dass diese nun für alle Interessierten zugänglich sind.
Abschliessend bleibt zu sagen: Die Sternsinger sind weit mehr als eine Tradition. Sie sind Hoffnungsträger, Brückenbauer und ein lebendiges Zeichen gelebter Nächstenliebe. Dieses Kapitel schliesst sich für mich – aber es bleibt voller Dankbarkeit, Freude und Begegnungen in meinem Herzen.
