Ikonen, Goldbrokat, Weihrauch – und Ewigkeit

19. August 2022
Ikonen, Goldbrokat, Weihrauch – und Ewigkeit
Wie tönt eigentlich die ukrainische Sprache?

Wer sich die Eucharistiefeier im byzantinischorthodoxen, unierten Ritus zu Gemüte führte – der Begriff mit dem Gemüt ist richtig gewählt – hat eine kleine Ahnung erhalten. In die Martinskirche waren Ukrainer und Einheimische geladen und auch in ihrer Sprache angesprochen.

Den aktiven Rahmen bildeten ein Priester und ein Diakon (Popen), ein Messdiener sowie zwei Sängerinnen, die zum Geschehen am Altar Wechselgesänge beitrugen. Wunderschön, die Bässe am Altar gegen die hellen, zarten Stimmen der jungen Frauen. Die Messfeier wurde teilweise mit dem Rücken zum Volk vollzogen. Allerdings am Volksaltar, dem eine goldfarbene Decke und zwei grosse Ikonen beigegeben waren.

Fremdes und Vertrautes
Die Gläubigen wurden oft miteinbezogen, sei es bei der Prozession der Zelebranten durch die Kirche, sei es bei den Heiligungen mit Weihrauch. Dieser wurde nicht nur vom Duft aus fernen Landen, sondern auch von feinen Schellen am Gerät begleitet – sehr schön! Mitbeten wurde erleichtert durch Hinweise auf die Liturgie. Auch die Kommunion unter beiden Gestalten ist einfach und sympathisch erklärt worden; ob Ukrainer oder Einheimische – für alle gab es ein eigenes Löffeli.

Etwas verpasst...?
Die meisten Pfarreiangehörigen gingen dieser «uu-langen Messe» aus dem Weg. Doch die fast zwei vollen Stunden eilten im Flug vorbei, zu eindrücklich waren die geheimnisvollen Gesänge der priesterlichen Popen sowie der hervorragenden Sopranistin und der Altistin. Eine grosse stimmliche Leistung, was die beiden jungen Frauen beitrugen. Wer die zeremonielle Feier erlebt hat, wird ein nächstes Mal wiederkommen und auf die vordersten Plätze rücken. 

Hedy Züger
  • Pfarramt St. Martin
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    9320 Arbon

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