Lichtquellen am Ende der Weihnachtszeit
Früher endete die Weihnachtszeit erst an «Mariä Lichtmess», der Christbaum blieb bis am 2. Februar in den Kirchen und auch in Stuben stehen.
Darstellung des Herrn
In der Liturgie wird Mariä Lichtmess heute Darstellung des Herrn genannt. Das geht auf einen alten jüdischen Brauch zurück: Gemäss den Vorschriften im Alten Testament galten Frauen bis 40 Tage nach der Geburt als unrein – eigentlich ein schrecklicher Gedanke. Darum musste die Familie ein Reinigungsopfer darbringen, das konnten ein Paar Turteltauben oder ein Schaf sein. Diesen Brauch befolgte auch Maria; und weil Jesus ihr erster Sohn war, galt er als Eigentum Gottes und musste von seinen Eltern zum Rabbi gebracht und vor Gott «dargestellt» werden. Dabei kam es im Tempel zu einer denkwürdigen Begegnung: Simeon und Hannah, gottesfürchtige Menschen, lebten in der festen Hoffnung, dass sie vor ihrem Tod noch das «Licht der Welt» sehen werden. Als Simeon im Kind Jesus diese Verheissung erfüllt sah, nahm er das Kind auf seine Arme und pries Gott: «Meine Augen haben das Heil gesehen, das du vor allen Völkern bereitet hast, ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel.» An den Gedanken des Lichtes schliesst der Brauch am 2. Februar an: Es werden die Kerzen geweiht, die im Laufe des Jahres in den Gottesdiensten brennen; auch Leute aus der Pfarrei können ihre Kerzen zur Segnung in die Kirche bringen – Licht, nicht nur in der Kirche oder im Gottesdienst, sondern im Alltag und in den Räumen zu Hause.
Blasiussegen
Am 3. Februar ist der Gedenktag des Hl. Blasius. Er war Bischof in Armenien und wurde bei einer Christenverfolgung um 316 als Märtyrer enthauptet. Nach der Legende heilte er in der Gefangenschaft verschiedene Kranke, darunter auch einen Knaben, der eine Fischgräte verschluckt hatte und zu ersticken drohte. Darum wird Blasius als einer der 14 Nothelfer verehrt und gilt als Patron gegen Halskrankheiten und gegen wilde Tiere. Der Brauch des Blasiussegens ist erst im 17. Jahrhundert entstanden, er wird am Gedenktag oder am darauffolgenden Wochenende in dieser Form gespendet: Die Seelsorger halten zwei gekreuzte brennende Kerzen vor das Gesicht und den Hals der Gläubigen mit dem Segensspruch: «Der allmächtige Gott schenke dir Gesundheit und Heil. Er segne dich auf die Fürsprache des heiligen Blasius, durch Christus, unseren Herrn. Amen.»
Agatha-Brot
Agatha, eine Tochter wohlhabender Eltern in Catania auf Sizilien, sollte einen heidnischen Statthalter heiraten. Doch als Christin weigerte sie sich und wurde darum gefoltert. Als sie standhaft blieb, wurden ihr die Brüste abgeschnitten. Nach der Legende soll in der Nacht der heilige Petrus ihre Wunden gepflegt haben; dann liess der Statthalter Agatha auf glühende Kohlen legen, darauf starb sie, etwa um 250 n.Chr. Schon früh ist die Verehrung Agathas auch ausserhalb Siziliens bezeugt, in Rom gibt es eine Kirche zu ihren Ehren. In Catania soll ein Jahr nach ihrer Bestattung der Ätna ausgebrochen sein, die Einwohner der Stadt zogen mit dem Schleier der Märtyrerin dem Lavastrom entgegen und brachten diesen so zum Stillstand. Darum gilt Agatha als Patronin der Feuerwehren, der Hebammen und Ammen, der Glockengiesser und Goldschmiede und weiterer Handwerksberufe. Am 5. Februar wird das Agathabrot gesegnet, in gewissen Gegenden wird der Teig dieser Brötchen vor dem Backen gesegnet. Symbolisch werden die Brötchen mit den abgeschnittenen Brüsten der Heiligen Agatha in Verbindung gebracht. Am Gedenktag werden die Brötchen dann in der Kirche gesegnet und nach Hause mitgenommen.
Diese Gedenktage und Bräuche sollen das Wunder von Weihnachten in unseren Alltag bringen: Das Licht will unser Reden und Handeln zum Leuchten bringen, es schenkt uns jeden Tag Hoffnung und Vertrauen.
