Paulus war ein Grüner
06. November 2023
Nein, nicht was Sie jetzt denken – bei diesem Gedanken geht es nicht um Politik und Ökologie, sondern um etwas anderes: nämlich um Selbstführung.
Und genau das war auch das Thema unseres pfarreiinternen Teamtages mit dem Bestsellerautor, Theologen und Referenten Thomas Härry: Die Kunst sich selbst zu führen.
An vielen Beispielen, kurzweiligen Erzählungen und mit bereichernden Einblicken in die Bibel und vor allem in Paulus-Texte machte Thomas Härry eines klar: Wer wie wir als Personen, die für andere da sind und auch
Verantwortung für andere tragen (im Beruf wie in der Familie), diese Aufgabe gut erfüllen will, muss zuerst auf sich selbst schauen. Selbstführung ist das entscheidende Stichwort, gerade in einer Zeit, in der wir uns von Aufgaben, der Geschwindigkeit der Gesellschaft, Abhängigkeiten von äusseren und inneren Bedingungen und vielem mehr oft nur noch getrieben fühlen. Wir kennen alle das Bild vom Hamsterrad. Die Gefahr dabei ist jedoch, dass wir mit Blick auf diese Gesamtsituation uns einfach nur als getriebene Opfer von all dem sehen. Um hier nicht zu erschöpfen, brauchen wir jedoch Besonnenheit. Es gilt zu erkennen, dass eben nicht alles Automatismen sind, in denen wir gefangen sind. Vieles haben wir selbst in der Hand, was wir ändern können. Dafür braucht es jedoch oft unsere nicht ganz einfache Entscheidung, Führung für sich selbst zu übernehmen, sich nicht weitertreiben und bestimmen zu lassen von äusseren Einflüssen. Sondern dort, wo ich konkret etwas ändern kann, klare Entscheidungen für mich, meine Bedürfnisse und auch für meine Kräfte zu treffen, um mein Gleichgewicht nicht zu verlieren. Erst dann, wenn mir das für mich selbst gelingt, ich meine Möglichkeiten kenne, mit meinen Schwachstellen und dem «Getriebensein» umgehen kann, erst dann werde ich auch fähig, mich verständnisvoll, überlegt und auch unterstützend in einem guten Sinn um andere zu kümmern.
Paulus wusste das. An vielen Stellen seiner Schriften mahnt er daher zur Selbstführung, zur Kontrolle über sich selbst und erinnert daran, sich nicht einfach zu Reaktionen hinreissen zu lassen. «Gebt Acht auf euch,», sagt er immer wieder. Bleibt besonnen im Umgang vor allem auch mit anderen, die euch reizen, ärgern oder für die ihr verantwortlich seid. Auch aus dem Grund, «dass du selbst nicht in Versuchung gerätst» (Gal 6, 1) und durch unbesonnenes Verhalten dich selbst falsch verhältst. Wer versucht reflektiert zu leben, erkennt oft, dass Probleme, Ärger und Konflikte gar nicht so sehr durch andere Menschen verursacht werden. Thomas Härry erinnert daran, dass mich eigentlich gar niemand wütend machen kann. Denn ich selbst bin es, der – oft aus Unbesonnenheit – mit Wut und Ärger über andere reagiere. Doch meist bin ich selbst und mein Umgang mit dem, was andere tun oder sagen, das eigentliche Problem. Wir kennen Momente, in denen wir emotional und damit auch blind reagieren. Wir sehen «rot» – und machen es oft dadurch nicht besser, weil wir auch andere verletzen. Paulus hatte das gelernt. Deshalb lässt er sich am Ende seines Lebens nicht so sehr aus der Fassung bringen, selbst als klar wird, dass er umgebracht werden soll. Er ist selbst ein Vorbild dafür, in «Krisensituationen» (im Sinn des Wortes als Entscheidungs – Situationen) die Fassung und auch die Selbstführung nicht zu verlieren. Deshalb gelingt es ihm, in der «grünen» Zone zu bleiben. Er lässt sich nicht zu Schnellschüssen oder zu viel Ärger und Frust hinreissen, sondern bleibt besonnen, reagiert überlegt und voll Vertrauen. So behält er die Führung und seine Fassung und trifft seine Entscheidungen klar, bewusst und reflektiert.
Wo andere Rot sehen, bleibt er eben ein «Grüner». – Versuchen auch wir, unsere «roten» Zonen zu entlarven und auf «grün» zu schalten.
An vielen Beispielen, kurzweiligen Erzählungen und mit bereichernden Einblicken in die Bibel und vor allem in Paulus-Texte machte Thomas Härry eines klar: Wer wie wir als Personen, die für andere da sind und auch
Verantwortung für andere tragen (im Beruf wie in der Familie), diese Aufgabe gut erfüllen will, muss zuerst auf sich selbst schauen. Selbstführung ist das entscheidende Stichwort, gerade in einer Zeit, in der wir uns von Aufgaben, der Geschwindigkeit der Gesellschaft, Abhängigkeiten von äusseren und inneren Bedingungen und vielem mehr oft nur noch getrieben fühlen. Wir kennen alle das Bild vom Hamsterrad. Die Gefahr dabei ist jedoch, dass wir mit Blick auf diese Gesamtsituation uns einfach nur als getriebene Opfer von all dem sehen. Um hier nicht zu erschöpfen, brauchen wir jedoch Besonnenheit. Es gilt zu erkennen, dass eben nicht alles Automatismen sind, in denen wir gefangen sind. Vieles haben wir selbst in der Hand, was wir ändern können. Dafür braucht es jedoch oft unsere nicht ganz einfache Entscheidung, Führung für sich selbst zu übernehmen, sich nicht weitertreiben und bestimmen zu lassen von äusseren Einflüssen. Sondern dort, wo ich konkret etwas ändern kann, klare Entscheidungen für mich, meine Bedürfnisse und auch für meine Kräfte zu treffen, um mein Gleichgewicht nicht zu verlieren. Erst dann, wenn mir das für mich selbst gelingt, ich meine Möglichkeiten kenne, mit meinen Schwachstellen und dem «Getriebensein» umgehen kann, erst dann werde ich auch fähig, mich verständnisvoll, überlegt und auch unterstützend in einem guten Sinn um andere zu kümmern.
Paulus wusste das. An vielen Stellen seiner Schriften mahnt er daher zur Selbstführung, zur Kontrolle über sich selbst und erinnert daran, sich nicht einfach zu Reaktionen hinreissen zu lassen. «Gebt Acht auf euch,», sagt er immer wieder. Bleibt besonnen im Umgang vor allem auch mit anderen, die euch reizen, ärgern oder für die ihr verantwortlich seid. Auch aus dem Grund, «dass du selbst nicht in Versuchung gerätst» (Gal 6, 1) und durch unbesonnenes Verhalten dich selbst falsch verhältst. Wer versucht reflektiert zu leben, erkennt oft, dass Probleme, Ärger und Konflikte gar nicht so sehr durch andere Menschen verursacht werden. Thomas Härry erinnert daran, dass mich eigentlich gar niemand wütend machen kann. Denn ich selbst bin es, der – oft aus Unbesonnenheit – mit Wut und Ärger über andere reagiere. Doch meist bin ich selbst und mein Umgang mit dem, was andere tun oder sagen, das eigentliche Problem. Wir kennen Momente, in denen wir emotional und damit auch blind reagieren. Wir sehen «rot» – und machen es oft dadurch nicht besser, weil wir auch andere verletzen. Paulus hatte das gelernt. Deshalb lässt er sich am Ende seines Lebens nicht so sehr aus der Fassung bringen, selbst als klar wird, dass er umgebracht werden soll. Er ist selbst ein Vorbild dafür, in «Krisensituationen» (im Sinn des Wortes als Entscheidungs – Situationen) die Fassung und auch die Selbstführung nicht zu verlieren. Deshalb gelingt es ihm, in der «grünen» Zone zu bleiben. Er lässt sich nicht zu Schnellschüssen oder zu viel Ärger und Frust hinreissen, sondern bleibt besonnen, reagiert überlegt und voll Vertrauen. So behält er die Führung und seine Fassung und trifft seine Entscheidungen klar, bewusst und reflektiert.
Wo andere Rot sehen, bleibt er eben ein «Grüner». – Versuchen auch wir, unsere «roten» Zonen zu entlarven und auf «grün» zu schalten.
Tobias Zierof
