In dieser Zeit zwischen Neujahr und Beginn der Fastenzeit haben wir viele Segenszeremonien in der Liturgie.
Segnung von Wasser, Salz, Weihrauch, Kreide oder Segenskleber in Verbindung mit dem Dreikönigsfest, Kerzensegnung zu Lichtmess, Blasius-Segen, Agathabrotsegnung. Tatsächlich leben wir in einer Zeit, in der die Menschen und die Welt Segen brauchen – Segen des Friedens, der Wahrheit, Gerechtigkeit und Liebe. Die Schriftlesungen in dieser Zeit rufen uns zum Segen auf. Dann hören wir im Evangelium die Einladung Jesu: «Ihr seid das Licht der Welt; …. das Salz der Erde.» (Mt 5,13‑16).
All diese Segnungen rufen uns dazu auf, Segensträger in der Welt zu sein. Es ist bemerkenswert, dass diese liturgische Zeit dann zur Fastenzeit führt, die mit der Segnung der Asche beginnt und uns damit daran erinnert: «Bedenk, o Mensch, dass du Staub bist.» Ich denke, dieses Grundbewusstsein der Sterblichkeit ist die Voraussetzung dafür, den Segen Gottes zu empfangen und dann selbst zum Segen zu werden. Gerade in der Person und im Leben des verstorbenen emiritierten Papst Benedikt haben wir ein Beispiel dafür erlebt, ein Segen zu sein. Die eigentliche Bedeutung seines Namens – Benedikt (kommt aus dem Lateinischen – bene – dicere) – ist ein Symbol dafür «Gutes zu sagen» – durch unsere Worte und durch die Person selbst Segen zu bringen. Seine ganzen theologischen Schriften und der Dienst als Papst und das Zeugnis des christuszentrierten Lebens in Einkehr und Kontemplation als Papst im Ruhestand war eine Erfahrung von Licht und Segen für die ganze Welt. Seine letzten Worte, «Herr, ich liebe dich», sind ein grossartiges Zeugnis und eine grosse Inspiration. Salz der Erde und Licht der Welt zu sein, ist für uns alle als Getaufte eine begnadete Einladung und zugleich eine grosse Aufgabe in der heutigen Welt, Träger des Segens Gottes zu sein.