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Über Silvester in Rom – die Sternsinger erzählen

12. Januar 2026
Über Silvester in Rom – die Sternsinger erzählen
Es war eine grosse Ehre, dass fünf junge Menschen das Hilfswerk Missio über Silvester nach Rom begleiten durften.

Neben den repräsentativen Besuchen stand natürlich auch das Sightseeing auf dem Programm. Die Menschen, die wir besuchen durften, gaben uns immer eine Botschaft mit, die wir gerne mit Ihnen teilen.

Besuch bei der Botschafterin am Heiligen Stuhl • Anna erzählt
Unser erster Besuch führte zur Schweizer Botschafterin am Heiligen Stuhl. Zum dritten Mal durften die Sternsinger den Segen in die Schweizer Botschaft bringen. Nachdem wir Kinder gesungen und die Türen mit dem Segen beschriftet haben, erzählte sie uns von ihren Aufgaben. Zu denen gehört vor allem Informationen zu sammeln und Kontakte zu pflegen und zu knüpfen. Der Vatikan ist ein hervorragender Ort, da viele Menschen aus allen Ländern der Welt zusammenkommen. Beim Antrittsbesuch der Botschafter beim Papst betonte er, dass ihm drei Dinge wichtig sind: Frieden, Gerechtigkeit und Wahrheit. Eine besondere Gefahr sehen die Botschafterin und der Papst in den vielen Fake News, die über die sozialen Medien verbreitet werden, deswegen sind echte Kontakte zu den Menschen wichtig, um hinzuhören was wirklich passiert. Mit diesen Informationen berät sie die Schweizer Regierung. Sie machte auch uns Mut, dass wir genau hinhören und immer wieder nachfragen, um die Wahrheit herauszufinden. Sie dankt uns Kindern für den Friedensdienst, den wir als Sternsinger bringen, da wir für die armen Kinder Geld sammeln, denen es nicht so gut geht.

Besuch bei den päpstlichen Missionswerken • Amy erzählt
Unser zweiter Besuch führte zu den päpstlichen Missionswerken. Dort trafen wir die Verantwortlichen des weltweiten Hilfswerks. Nachdem wir gesungen haben, durften wir um die 40 Bürotüren segnen. Danach erzählten die Verantwortlichen von ihrer Arbeit. Sie prüfen die weltweiten Projekte der Missio und entscheiden, wohin die Spenden fliessen. Damit wird viel Gutes bewirkt. Es gibt ein extra Kinderhilfswerk, dazu gehört auch die Sternsingeraktion. Am Anfang war es ein Brauch aus dem deutschsprachigen Raum – mittlerweile verkleiden sich auch Kinder in den Orten, die einmal Spenden empfangen haben, als Könige und sammeln für ärmere Kinder. Die Sekretärin der Missionswerke hat sich bei uns bedankt, dass wir so viel Mut haben, um zu den Menschen zu gehen und von Christus zu erzählen. Und dass es ein wunderbarer Dienst ist, den wir als Sternsinger tun.

Besuch bei der Schweizer Garde • Fabian erzählt
Am selben Tag durften wir auch zu der Schweizer Garde. Das war spannend. Wir haben eine Führung durch die Waffenkammer bekommen, und ein Gardist hat uns von seiner Arbeit erzählt. Er stand am Kranken- und Sterbezimmer von Papst Franziskus Wache und war der erste, der den neuen Papst Leo gesehen hat. Die Gardisten schwören, den Papst mit ihrem Leben zu beschützen. Hier trafen wir die anderen Sternsinger aus Deutschland, Ungarn, Südtirol, Österreich und der Slowakei. Jeder durfte seinen Spruch aufsagen und gemeinsam haben wir das Lied «Stern über Bethlehem» gesungen. In der Kapelle der Gardisten haben wir Gottesdienst gefeiert, und der Kaplan Kolumban hat uns ermutigt, dass wir einen wichtigen Friedensdienst tun und Hoffnungsträger für viele Kinder in dieser Welt sind. Wir Schweizer durften den Segen auf die Türe des Kommandanten anbringen.

Die Papstaudienz • Anna erzählt
Die Nachricht, dass wir zur Papstaudienz dürfen, kam sehr spontan. Mit vielen Menschen aus der ganzen Welt warteten wir auf dem Petersplatz auf den Papst. Wir hatten besondere Plätze, nur ein paar Meter hinter dem Papst. Vor uns sassen junge Christen aus Palästina, neben uns Seminaristen aus Florida, um uns herum Ordensfrauen aus verschiedenen Kontinenten. Die Lesung und Botschaft des Papstes, die wieder um die Dringlichkeit des Friedens ging, wurde in viele Sprachen übersetzt. Die jungen Palästinenser jubelten immer wieder! Kurz vor der Audienz wurde ich gefragt, ob ich die Grussworte an den Papst richten würde. Nach der Audienz stellten wir uns auf der Treppe vor dem Petersplatz auf und ich erklärte dem Papst die Tradition mit den Sternsingern. Giulia gab ihm unseren Stern zum Unterschreiben. Es war sehr aufregend.

Zu Besuch bei Kardinal Kurt Koch • Giulia erzählt
Direkt nach der Audienz sind wir in das Haus gegangen, in dem die Kardinäle wohnen. Es war sehr bewacht, weil auch der Papst dort wohnt. Kardinal Kurt Koch führte uns in seine Wohnung und dort sangen wir unsere Lieder und durften alle Türen segnen. Es war sehr lustig und der Kardinal sehr locker. Bei Panettone und Weihnachtsguezli, die die indischen Ordensfrauen gebacken hatten, sprach Kardinal Koch zu uns. Er erklärte uns, dass segnen heisst, Gutes zu sagen, dass wir als Sternsinger die Frohe Botschaft der Geburt Jesu zu den Menschen bringen. Dass Kinder Erwachsene segnen und den Segen zu den Häusern bringen, findet er toll. An der Geschichte der drei Könige ist besonders, dass sie nach der Begegnung mit Jesus nicht zu Herodes zurückgehen, sondern einen anderen Weg nehmen. Wer Jesus begegnet, der verändert sich selbst – und die Welt. Für das Sternsingen hat er uns gesegnet und hat uns gebeten euch – die Arbonerinnen und Arboner und die ganze Schweiz – ganz herzlich von ihm zu grüssen.

Beim Gottesdienst zum Neujahr/Angelus • Amy erzählt
Wir durften am Neujahr mit unseren Königskleidern im Petersdom ganz vorne sitzen. Es war faszinierend, wie still es in der Kirche war, obwohl Tausende von Menschen da waren. Auch hier begegnete uns wieder der dringende Aufruf zum Frieden. Der Papst sagte: «Nackt und schutzlos ist Gott in die Welt gekommen, das lehrt uns, dass die Welt nicht durch das Schärfen von Schwertern, durch das Verurteilen, Unterdrücken oder Beseitigen von Brüdern und Schwestern gerettet wird. Sondern durch das unermüdliche Bemühen zu vergeben, zu verstehen, zu befreien und alle anzunehmen, ohne Berechnung oder Angst. Die deutsche Fürbitte war: Gott inspiriere uns zu Vorsätzen, die zu Gerechtigkeit und Frieden führen. Zusammen mit den anderen Sternsingern zogen wir nach der Messe auf den Petersplatz und beteten dort den Angelus mit dem Papst. Es war ein einmaliges Erlebnis, dass unsere Arboner Sternsinger diesen Besuch machen durften. Wir danken der Missio Schweiz für diese wunderbare Möglichkeit!

 

Simone Zierof