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Was wäre, wenn…

28. Juni 2024
Die Realität in vielen Vereinen und gemeinschaftlichen Veranstaltungen ist bitter.

Die Feuerwehr wirbt um Nachwuchs «Stell dir vor, es brennt und keiner kommt löschen», die Samaritervereine werden zusammengelegt, die Junioren bei Fussball und Unihockey stehen in der nächsten Saison ohne Trainer da. Kinder, die Sport machen wollen, gibt es mehr als Trainings möglich sind. Wer für ein Fest Helfer sucht, sucht lange und ruft am Ende die an, die immer dabei sind und von denen man weiss, dass sie nicht nein sagen können.

Auch im Berufsleben ist es immer schwieriger, geeignetes Personal zu finden, angefangen beim Brötchenverkäufer bis hin zur Fachkraft. Auch wir als Pfarrei können bei diesem Lied mitsingen. Seit Jahren ist der Versuch, neues Personal zu finden, erfolglos. Theologische oder religionspädagogische Fakultäten schliessen, weil Studenten fehlen, jeder der kündigt oder in Pension geht, kann nicht ersetzt werden. Nicht nur die Angestellten fehlen. Viel tragischer ist, dass auch die Anzahl derjenigen zurückgeht, die ihre Zeit und Engagement in die Pfarrei stecken, in die Gemeinschaft, in die Angebote und Traditionen, die vielen Menschen Halt und Sinn geben.

Natürlich wissen wir, dass Zeit ein kostbares Gut ist, und vor allem Familien mit Kindern oft nicht wissen, wie sie alles unter einen Hut bringen sollen. Die vielen Möglichkeiten und Ansprüche, die von allen Seiten an einen herangetragen werden, führen dann schnell auch einmal zu einem: «Nein, nicht das auch noch.»

Was ist die Konsequenz? Stell dir vor, es brennt – und keiner kommt löschen… Stell dir vor, du bist du alt und würdest dich über einen Seniorennachmittag freuen – aber der wurde abgeschafft, weil keiner mehr bereit ist Kaffee zu kochen. Stell dir vor, du hast Kinder, die haben Ferien und du nicht. Da gab es doch mal ein Ferienlager – aber das wurde abgesagt, weil keiner mehr Zeit hat, für die Kinder zu kochen und mit ihnen zu spielen… Stell dir vor, du möchtest in den Gottesdienst, aber da ist keiner, der liest oder singt oder die Türen aufschliesst…

Ein Blick über den Bodensee nach Deutschland zeigt, dass dort immer mehr Kirchentüren für immer abgeschlossen werden – eine Zukunftsperspektive auch für uns? Es braucht nicht viel, kein lebenslanges Engagement in einer Gruppierung oder einem Ausschuss, aber es braucht Dich, es braucht Sie! Wenn nur 10% unserer Pfarreimitglieder sich für eine Stunde im Jahr zur Verfügung stellen würden, einen Dienst zu übernehmen, ein Projekt zu starten, ein Angebot zu machen, im Hintergrund zu helfen, einen Kuchen zu backen fürs Buffet – es wäre unglaublich, was da möglich wäre. Wir würden als Pfarrei blühen, Arbon und den Menschen dienen, Heimat geben und vielen ein Zuhause. Ungelogen – Engagement macht glücklich und macht Sinn. Dem, der es gibt und dem, der davon profitiert. Und nebenbei oder besser gesagt hauptsächlich, würden wir das tun, was Jesus das Wichtigste ist: Nächstenliebe und Gottesliebe.

Möglichkeiten und Ideen hätten wir, aber es braucht Dich, es braucht Sie! Lust? Dann freue ich mich auf Ihren Kontakt! 

Simone Zierof